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Dioritische Gang- und Stockgesteine aus dem Pusterthal.

Cathrein, A.

Kurzfassung

Schon im Herbst 1889 wurde ich gelegentlich einer vorwiegend mineralogischen Excursion in's Pusterthal auf bisher nicht beschriebene Intrusionen daselbst aufmerksam, ganz besonders aber während der petrograpbischen Erforschung des Schiefergebietes der Rienz und Drau im Frühjahr 1894. Zumal die nächste Umgebung vom Markte St. Lorenzen nächst Bruneck am Ausgang des grossen Ahrenthals zeigte sich ungemein reich an Gängen, die eine nähere Untersuchung veranlassten, zu welchem Zwecke ich wiederholten Aufenthalt in dieser Gegend nahm. Die Ergebnisse meiner Begehungen überraschten denn auch beim Vergleich mit der vorhandenen einschlägigen Literatur, indem nicht nur zahlreiche neue Thatsachen, sondern auch manche Gegensätze constatirt werden konnten, welche einer Mittheilung werth sind. Es ergab sich zunächst, dass sowohl die geologische Arbeit Teller's, als auch die petrographische Foullon's über diese Gegend weder hinreichend, noch ganz zutreffend sind. Weiterhin erflossen aus dem Zusammenhang der Untersuchungen die Fixirung bezüglicher Gesteinstypen und -begriffe, sowie die Begründung der Classification und Systematik verwandter Gesteine. I. Neue Porphyritgänge von St. Lorenzen. Die Verfolgung der von Teller aufgefundenen und nach ihm "ein vortreffliches Bild der Intrusionen" gewährenden Gangvorkommnisse an der Eisenbahn von St. Lorenzen befriedigte in geringer Weise, denn, abgesehen von der Schwierigkeit und Gefährlichkeit ihrer Besichtigung, sind dieselben nicht besonders typisch. nicht gut aufgeschlossen, weniger mächtig und verwittert, so dass es um so erfreulicher war, durch neue Funde einen hervorragenden Ersatz für jene Mängel liefern zu können. Die neuen Gänge liegen z. Th. in nächster Nähe der alten, sind ganz trei zugänglich, mächtiger, frischer, kurz prächtig aufgeschlossen und ausserordentlich instructiv.