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Die Verbreitung des marinen Obercarbon in Süd- und Ost-Asien.

Fliegel, Gotthard

Kurzfassung

Einleitung. Die vorliegende Arbeit behandelt die Verbreitung des marinen Obercarbon im südlichen und östlichen Asien und beruht in erster Reihe auf einer Neubearbeitung bezw. Revision der Obercarbon-Faunen von Padang (Westküste von Sumatra), Lo-ping (mittleres China. Provinz Kiangsi), sowie der von Teng-tjan-csing und Santa-szhien (nordwestliches China, Provinz Kansu, Nordabhang des Nan-shan-Gebirges). Hierzu treten eine grosse Anzahl weiterer chinesischer, japanischer, indischer und malaiischer Fundpunkte, von denen obercarbonische, vielfach durch das Auftreten von Fusulinenkalken charakterisirte Bildungen bekannt sind. Die Beschreibung der betreffenden Faunen findet sich, wenn wir von den erstgenannten, grösseren absehen, zumeist in der Literatur zerstreut. Als obercarbonisch werden sie in den wenigsten Fällen angesprochen, sondern meist mit einem alten Sammelnamen als "Kohlenkalk-Fauna" bezeichnet. Jeder Versuch, die gegenseitigen stratigraphischen Beziehungen dieser verhältnissmässig wenig von einander entfernten Vorkommen festzustellen und sie in einen engeren Zusammenhang zu bringen, fehlt. Ueberhaupt drängt sich hier in höherem Grade als bei der Beschäftigung mit den mehr durchforschten Carbongebieten Europas und Nord-Amerikas die Erfahrung auf, dass die richtige Erkenntniss der marinen Aequivalente der produktiven Steinkohlenformation im Wesentlichen der jüngsten Zeit, etwa den letzten 15 Jahren, zu danken ist. Denn erst Arbeiten aus dieser neueren Zeit haben uns, namentlich soweit sie das europäische Russland, den Ural, die indische Salzkette und Nord-Amerika betreffen, ein klares Bild von der Entwickelung der ganzen carbonischen Schichtenreihe und von dem Vorhandensein eines marinen Aequivalentes der produktiven Steinkohlenformation gegeben.