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Weiterer Beitrag zur Kenntniss der älteren paläozoischen Faunen Süd-Amerikas.

Kayser, Emanuel

Kurzfassung

Schon vor länger als 20 Jahren habe ich aus Argentinien eine aus einigen 30 Arten bestehende untersilurische Fauna (mit Asaphus (?), Bathyurus (?), Ampyx, Lituites, zahlreichen Maclureen, Orthis calligramma etc.) beschrieben. Im vorigen Jahre war ich in der Lage, aus demselben Gebiete noch einige weitere wichtige Untersilur-Formen - darunter so niveaubezeichnende Gattungen, wie Megalaspis, Illaenus und Didymograptus - bekannt zu machen. Dass in Argentinien ausser dein Untersilur auch versteinerungsreiches Devon entwickelt ist, geht aus meiner vorjährigen Arbeit mit aller Sicherheit hervor; dagegen ist aus jenem ganzen weiten Gebiete bisher noch kein einziges obersilurisches Fossil bekannt geworden. Auf den ersten Blick könnte dies sehr auffallen; allein Prof. Bodentbender hat vor ein paar Jahren an einigen von ihm genauer untersuchten Profilen in der Provinz San Juan festgestellt, dass über dem versteinerungsführenden Untersilur ohne jede Andeutung von Obersilur sogleich versteinerungsführendes Devon folgt. Das Devon liegt somit in jenen Gegenden übergreifend unmittelbar dem Untersilur oder noch älteren Ablagerungen auf. Es hat den Anschein, als ob es sich auch in anderen Theilen Argentiniens ebenso verhalte; und so habe ich denn in meiner letztjährigen Abhandlung ausgesprochen, dass nach Allem, was bis jetzt bekannt sei, versteinerungsführendes Obersilur in Argentinien zu fehlen scheine. Unter diesen Umständen war ich sehr erstaunt, als ich Ende vorigen Jahres in der von Herrn Prof. Frech besorgten Fortsetzung der "Lethaea palaeozoica" las, dass in Argentinien dennoch obersilurische Versteinerungen vorhanden sein sollten.