Original paper

Ueber den Transport von Ammoniten-Schalen.

Walther, Johannes

Kurzfassung

In einem Manuscript über die Lebensweise fossiler Meeresthiere, das ich im Frühjahr 1897 bei der Redaction dieser Zeitschrift eingereicht hatte, nahm ich Bezug auf Angriffe, die Herr A. Tornquist in anderen Zeitschriften gegen meine Ansicht geäussert hat: dass die Luftkammern der Ammoniten-Schale Luft führen und dass diese mithin nach dem Tode des Thieres leicht an der Oberfläche des Meeres schwimmen könne, so dass der Fund einer Ammoniten-Schale kein Beweis dafür sei, dass das Thier an der betreffenden Stelle noch gelebt habe. Während der Kernpunkt meiner Theorie: dass die Mehrzahl der Ammoniten kriechende Benthosthiere und nicht nektonische Schwimmer waren, vielfache Anerkennung gefunden hatte, war die eben erwähnte Hilfshypothese von mir aufgestellt worden, um das vereinzelte Auftreten isolirter Schalen zu erklären, und nur gegen diesen Punkt richteten sich die Angriffe der Herren A. Ortmann und A. Tornquist. Da mir der Redacteur daraufhin mittheilte, dass nach altem Brauche polemische Erörterungen nicht abgedruckt werden können, die sich an Arbeiten knüpfen, die nicht in der Zeitschrift der Deutschen geologischen Gesellschaft erschienen sind, liess ich die betreffenden Abschnitte fort und motivirte dies in einer Anmerkung. Im letzten Heft dieser Zeitschrift wiederholt Herr A. Tornquist diese Bemerkung in einer solchen Fassung, dass eine missverständliche Auffassung meines Schweigens möglich ist, und fordert mich auf, seine Angaben "abzuleugnen". Ich lege hiermit gegen einen solchen Ausdruck Protest ein, da es nicht zu meinen Gepflogenheiten gehört, etwas abzuleugnen, was ich für richtig erkannt habe. Eine weitere Discussion ist aber selbstverständlich hierdurch erledigt.