Original paper

über neuere Aufschlüsse im oberschlesischen Steinkohlengebirge.

Ebert, Th.

Kurzfassung

In einem Vortrage über die Ergebnisse der Tiefbohrungen Oberschlesiens konnte ich seiner Zeit schon über den grössten Theil des Gebirges völlige Klarheit der Lagerungsverhältnisse darlegen. Der 1600 m mächtige Verwurf wurde von Orlau über Jastrzemb, Rybnik, Stein bis Gleiwitz nachgewiesen, sein weiterer Verlauf nach Norden blieb jedoch zweifelhaft, da Aufschlüsse fehlten. Ferner war auch die Abgrenzung der Beuthener Mulde im Westen noch erforderlich. Im vorvorigen Jahre erhielt ich die Aufforderung von der Direction der Donnersmarkhütte nördlich von Zabrze, eine Bohrung, die auf der Concordia-Grube gemacht war, zu untersuchen. Dieselbe hatte sich in einem Verwurf bewegt, in dem das Einfallen bis 70° stieg. In der Tiefe fand sich marine Fauna. Es war sofort klar, dass dieser Verwurf nicht mit der Beuthener Mulde zusammenhing, sondern entweder ein Parallel-Verwurf mit dem Hauptverwurf oder dieser selbst sein musste. Es war ein glücklicher Zufall, dass auf der Grube 4 Querschläge von O. nach W. gingen. Dieselben wurden nun zur Klärung der Verhältnisse nach W. abgebaut und erreichten sämmtlich den Verwurf. In einem Querschlage war das Heinitzflötz am Verwurf 6 m in das Hangende geschoben. Ein Querschlag wurde nun über den Verwurf hinaus fortgeführt. Es traf nur noch liegende Schichten mit wenigen Flötzen und einzelne Schichten mit mariner Fauna. Es war somit erwiesen, dass es der Hauptverwurf war. Derselbe verlässt von Gleiwitz ab, ebenso wie von Rybnik nach Stein das Normal-Streichen Sws.-Non. und streicht in Sw.-No. bis Zahrze, um dann wieder auf der Concordiagrube in's Normal-Streichen zurückzukehren.