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Ueber ein Vorkommen von Geschieben alpiner Gesteine bei Trenchtlingen nördlich des Fränkischen Jura.

Thürach, H.

Kurzfassung

Die geringe Erhebung der Wasserscheide zwischen der Altmühl bei Graben unfern Treuchtlingen und dem obersten Theil des Thales der schwäbischen Rezat (Altmühlthal 413 m, Wasserne bei Grönhard 421 m), die breite Entwickelung und die Vertorfung des letzteren bei der Wasserscheide, die breite terassenartige Ausdehnung der den Untergrund der Wasserscheide aufbauenden Sande und sandigen Lehme entlang der Fossa Carolina und die Beschaffenheit der Sande selbst machen es zweifellos, dass die Altmühl, bei Treuchtlingen aus ihrer sudöstlichen Richtung scharf gegen Norden umbiegend, einst ihren Lauf in das Thal der heutigen schwäbischen Rezat und weiterhin zum Maine nahm. Dieser Altmühllauf ging in früherer Zeit über Graben, später wahrscheinlich südlich um den Nagelberg herum über Dettenheim in das Rezatthal, obschon die Wasserscheide zwischen Dettenheim und dem Nagelberg höher liegt als bei Graben. Das rührt jedoch daher, dass die östlich von Dettenheim von den Jurabergen herabkommende Rezat hier einen etwa 5 m hohen, jungdiluvialen und recenten Schuttkegel auf die alte Thalsohle des Altmühlthales aufgeschüttet hat, der sich jetzt gegen Norden auch auf die vertorfte Niederung ausbreitet. Ich habe durch Bohrungen unter dem aufgeschwemmten sandigen Lehm im Untergrund den Torf noch weiter südlich, gegen Dettenheim zu, nachzuweisen vermocht. Bemerkenswerth ist, dass auch jetzt noch die Rezat sowohl gegen Norden zur Reguitz, als durch die Fossa Carolina, den alten Kanalbau Kaiser Karl's des Grossen, hindurch zur Altmühl abgeleitet werden kann. Zu bedauern aber ist, dass durch die Anschwemmungen des Baches der obere Theil des Kanals zum grossen Theil zugeschüttet worden ist und voraussichtlich hierdurch noch weiter aufgefüllt werden wird.