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Beiträge zur Kenntniss der alpinen Trias.

Böse, Emil

Kurzfassung

II. Die Faciesbezirke der Trias in den Nordalpen. Als Faciesbezirk bezeichne ich jedes grössere oder kleinere Gebiet, in welchem die einzelnen Stufen gleichartig ausgebildet sind, während in den anstossenden Gebieten in mehreren Stufen eine verschiedenartige Ausbildung vorherrscht. Ich lege also das Hauptgewicht auf das Gestein und nicht auf die Fossilien, obwohl meinstens auch diese abweichen, wenn das Gestein verschieden ist. Einer paläontologischen Gliederung in Faciesbezirke stehen heute noch manche Hindernisse entgegen; vor Allem mangelt es in Stufen, wie der nordalpine Hauptdolomit eine ist, fast durchaus an Versteinerungen, von anderen Ablagerungen, wie der Wettersteinkalk, ist die Fauna noch nicht ausreichend beschrieben. Begründen wir nun unsere Eintheilung in Faciesbezirke auf die Gesteinsbildung, so ist es natürlich nicht von vorn herein sicher, dass sich thatsächlich grössere Bezirke von gleichartiger Gliederung finden werden. An und für sich könnte ja sehr wohl an einer Stelle die Reihenfolge lauten: Werfener Schiefer Muschelkalk-Partnachschichten-Wettersteinkalk-Raibler Schichten-Hauptdolomit-Rhät, und daneben etwa in einer Entfernung von 1 km östlich: Werfener Schiefer-Ramsaudolomit - Raibler Schichten-Dachsteinkalk-Rhät, und 1 km weiter westlich: Werfener Schiefer-Muschelkalk-Aonschiefer - Lunzer Sandstein-Opponitzer Kalk - Hauptdolomit - Rhät und so weiter; von vorn herein wäre das, wie gesagt, nicht ausgeschlossen, um so mehr als ja Uebergänge an der Faciesgrenze thatsächlich stattfinden. Uebrigens haben wir ja Aehnliches that- sächlich im Jura der Alpen zu verzeichnen. In der Praxis finden wir nun, dass die Faciesbezirke der Trias in den Nordalpen sehr ausgedehnt sind (mit einer Ausnahme); für den Bezirk der Berchtesgadener Facies habe ich dies im vorhergehenden Theil nachgewiesen; in Beziehung auf die übrigen Gebiete lässt es sich in ähnlicher Weise zeigen.