Original paper

über Versteinerungen aus dem Lennesschiefer

Loretz, Hermann

Kurzfassung

Nachdem die allgemeinen Verhältnisse dieser Schichtenreihe nach petrographischer und stratigraphischer Seite und ihre Vergleichung mit der linksrheinischen Entwickelung auf Grund namentlich der Arbeiten von v. Dechen, Eug. Schulz und Waldschmidt, sowie der eigenen Forschungen vom Vortragenden erörtert waren, wies derselbe auf die Einschränkungen hin, welche die ursprüngliche Fassung des Lenneschiefers v. Decken's später durch Eug. Schulz erfahren hat, und bemerkte, dass auch in dem noch verbleibenden Areal dieses Schiefers Reductionen vorzunehmen sein würden. Er verwies in dieser Beziehung zunächst auf die bereits früher erfolgte Mittheilung Beushausen's über das auffällige Vorkommen von Modiomorpha bilsteinensis (Art der Siegener Grauwacke) und mehrerer anderer Formen im Morsbachthal bei Müngsten und Eschbachthal zwischen Burg und Wermelskirchen; sodann auf eigene Beobachtungen, im vorjährigen Sommer, in der Gegend von Plettenberg, und eine gemeinschaftlich mit Herrn Denckmann einige Zeit vorher unternommene Excursion im Ebbegebirge unweit Meinerzhagen. Schon auf der geologischen Uebersichtskarte der Rheinprovinz und der Provinz Westfalen von v. Dechen, 1883, ist das Ebbegebirge vom Lenneschiefer unterschieden worden. In Uebereinstimmung hiermit überzeugt man sich leicht, dass weder die weichen, fast tuffartigen Schiefer, noch die festen, arkoseartigen bis fast conglomeratischen Grauwackenbänke, welche man an jener Gegend beim Aufsteigen auf die Gebirgshöhe überschreitet, mit Lenneschiefer etwas zu thun haben. Die erstgenannten Schiefer sind z. Th. versteinerungsführend; in einer dunkelfarbigen Abän- derung fand Herr Denckmann Beyrichien. Eine Altersbestimmung Dieser Schichten lässt sich noch nicht geben.