Original paper

über die geologischen Verhältnisse der Gegend von Gera

Zimmermann, Ernst

Kurzfassung

Der schnelle Absatz dieses zur 13. Lieferung gehörenden Blattes dürfte, da sich sonst bisher nur von Blättern der ersten, von Beyrich bearbeiteten Lieferung, und von Blatt Jena zweite Auflagen nothwendig gemacht haben, vor Allem auf die grosse Zuverlässigkeit der Aufnahme und auf den persönlichen Einfluss Liebe's zurückzuführen sein. Das Blatt Gera ist durch die Zahl der darauf vertretenen Formationen, durch die Mannichfaltigkeit der Gesteine nach Art, Bildungsweise und ursprünglichen, wie nachträglichen Lagerungsverhältnissen, durch Fossilreichthum wenigstens der Zechsteinformation, gute Aufschlüsse, bequeme Zugänglichkeit und landschaftliche Anmuth für Lehr- und Lernzwecke ausserordentlich geeignet; es hat ausserdem das historische Interesse, dass Liebe, fast ganz Autodidakt, hier zum ersten Male das thüringische paläozoische Schiefergebirge eingehend gegliedert und dadurch die für seine und seiner Nachbarn und Nachfolger künftigen Aufnahmen maassgebend gewordene und gebliebene Eintheilung geschaffen hat. Der geologische Bau, im Grossen betrachtet, ist ein einfacher, im Einzelnen allerdings ein mannigfach verwickelter. Man kann 4 grosse Schichtengruppen unterscheiden: erstens das erzgebirgisch gefaltete paläozoische Schiefergebirge, dessen älteste Schichten (phycodenführendes Obercambrium) im So. auftreten, zugehörig zur Achse des "Ostthüringischen Hauptsattels", während nach NW. (soweit über Tage aufgeschlossen) immer jüngere Schichten (bis zu der von Ober-Culm eingenommenen Achse der "Ostthüringischen Hauptmulde") folgen, unter einander concordant, in sich aber sehr vielfach kleingefaltet und ausserdem transversal geschiefert, mit Einfallen der Schieferung nach NW. Silur und Devon bilden also den Mittelschenkel zwischen den genannten Beiden Hauptfalten.