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über neuere Aufschlüsse in Rüdersdorf.

Jaekel, Otto

Kurzfassung

In dem Rüdersdorfer Muschelkalkzuge ist der Abbau im Alvenslebenbruch allmählich fast bis an die Strasse, die vom Dorf Rüdersdorf nordwärts führt, vorgeschritten. Die Oberfläche des Kalkberges hat sich hier mehr und mehr unter die Oberfläche der Diluvialbildungen gesenkt, so dass der Abraum auf dem Kalkblock schliesslich so gross geworden ist, dass die Möglichkeit eines weiteren Steinbruchbetriebes durch Tagebau in Frage gestellt ist. Dadurch dass die Bergbehörde den Abraum über dem Muschelkalk bisher immer besonders sorgfältig entfernen liess, war dessen Oberfläche mit ihren Gletscherschrammen und Strudeltöpfen ja bis jetzt der glänzendste und seit Torell klassische Zeuge der diluvialen Vereisung Norddeutschlands. Inzwischen ist von diesem abgedeckten und wahrscheinlich auch letztem, abdeckbarem Theile des Rüdersdorfer Muschelkalkzuges nur noch ein Block von etwa 80 Meter Länge stehen geblieben; auch er wird den nächsten Sprengungen zum Opfer fallen. Versuche, ihn als klassischen Zeugen unserer Eiszeit und bei seiner Lage vor den Thoren der Reichsbauptstadt als bequem zu erreichendes Excursionsziel der Wissenschaft zu erhalten, mussten mit Rücksicht auf die daraus entstehenden Kosten aufgegeben werden. Auf diesem Block fand ich nun im vorigen Frühjahr gelegentlich einer Excursion mit Studenten einige eigenartigen Erscheinungen, die eine besondere Besprechung verdienen. Quer zu dem hier nach ONO. streichenden Kalkzuge zeigte sich ein nach Südosten geöffneter Einschnitt, dessen Seitenwände dasselbe Aussehen boten wie die Innenwände der auf dem sonst flachen Rücken verteilten Strudellöcher. Die Vorstellung, dass es sich hier um einen derartigen Riesenkessel handeln könnte, war aber von vornherein ausgeschlossen, da sich eben nur zwei wenig divergirende Wände gegenüberstanden.