Original paper

über die Entwickelung der glacialen Hydrographie Nord-Deutschlands

Keilhack, Konrad

Kurzfassung

in derjenigen Rückzugsperiode des letzten Inlandeises, während deren das Eis auf dem Baltischen Höhenrücken und nördlich von demselben lag. Er umsäumt von der jütischen bis zur russischen Grenze die deutsche Ostseeküste. Sein Kamm ist durch ene Endmoräne gekrönt, welche eine lange andauernde Stillstandsperiode während des Rückzuges andeutet. Hinter dieser Endmoräne liegt die Grundmoränen-Landschaft, vor ihr das fluvioglaciale Sediment der Schmelzwasser, der sogen. Sandr oder die Haidesand-Landschaft. Von der Weichsel bis zur holsteinischen Grenze stösst dieselbe fast überall unmittelbar an die Endmoränen an, und nur etwa auf dem 14. Theile dieser Linie greift die Grundmoräne über die Endmoräne nach Süden oder Südwesten hin über. Der Beginn der Sandr liegt im Osten, wo der Oderbogen mit dem Weichselbogen zusammenstösst, am höchsten, in einer Meereshöhe von rund 200 m; von da ab senkt sich sein; Anfang nach Westen hin, bis er an der Oder seine tiefste Lage in ungefähr 100 m erreicht, und steigt dann westlich der Oder in der Richtung auf Mecklenburg wieder bis auf 150 m an, um sich bis zur holsteinschen Grenze abermals auf etwa 50 m zu senken. Diese Sandflächen besitzen ein Gefälle nach Süden und im westlichen Theile des in Rede stehenden Gebietes nach Südwesten hin, ein Beweis, dass in diesem Sinne auch die Schmelzwasser sich bewegten. Die einzelnen Sandr erreichen ihr südliches Ende in dem früher als nördlichstes angenommenen Urstromthal, welches von Berendt als das Thorn - Eberswalder Hauptthal bezeichnet ist, und gelangten durch verhältnissmässig schmale Pforten zwischen einer Reihe grosser Plateau-Inseln in dasselbe hinein.