Original paper

über die Entwickelung des Diluviums in Südwest-Deutschland.

Steinmann, Gustav

Kurzfassung

Als naturgemässer Ausgangspunkt für die zeitliche Gliederung der Diluvialbildungen ergiebt sich in Südwest-Deutschland wie im Alpenvorlande die Zone orographisch deutlich entwickelter, weil so gut wie unverletzter Endmoränen der letzten Eiszeit. Sie stellen zusammen mit den sich daran schliessenden Schotterauffüllungen der Niederterrasse eine auffällige und, in der Mehrzahl der Vorkommnisse, die am leichtesten wieder zu erkennende Bildung des Diluviums überhaupt dar. Diese Endmoränenzone ist von den meisten Forschern im Alpenvorlande als die äussere Grenze der Eisbedeckung der letzten Eiszeit angenommen und als "innere Moräne" bezeichnet worden. Jedoch ist diese Ausdrucksweise leicht Missverständnissen ausgesetzt, weil die sog; "äusseren Moränen" der älteren Diluvialzeit nicht oder wohl nur in den seltensten Fällen noch den Charakter von Endmoränen deutlich erkennen lassen und weil hinter den sog. "inneren Moränen" noch näher an die Ausgangsflächen der Vereisung gerückte, ebenfalls deutliche Endmoränenzüge erscheinen, welche mit grösserer Berechtigung als "innere" angesprochen werden; könnten. Es erscheint daher zweckmässiger, die "inneren" Moränen Hauptendmoränen zu nennen, denn ihre Kennzeichen sind: 1. das Fehlen ähnlich grossartig entwickelter, von Löss und Lehm nicht bedeckter, typischer Endmoränen ausserhalb. derselben. Damit steht im Zusammenhange, dass die echte Moränenlandschaft mit ihren bekannten orographischen und hydrographischen Ausgestaltungen nur in und hinter dieser Hauptmoränenzone angetroffen wird. 2. der Beginn der grossen, frischen, meist nur von den jetzigen Flussläufen zersägten, fluvioglacialen Aufschüttungen der sog. Niederterrasse an den Hauptendmoränen.