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über die Thoneisensteinlager in der Bentheim-Ochtruper Thonmulde.

Kosmann

Kurzfassung

Ueber die Ausdehnung der grossen Gebirgsmulde von 15 km Länge und 12 km Breite an der Grenzscheide der Provinzen Westfalen und Hannover, welche eine Fläche von gegen 20 000 ha bedeckt, und über die Beschaffenheit der darin auftretenden Thoneisenstein-Flötzablagerung habe ich Mehreres in den NNr. 8 und 13 der Zeitschrift "Stahl und Eisen" d. J. veröffentlicht. Ich möchte hier nur zwei Punkte noch einmal hervorheben 1. Die von Norden und Süden her mit gegenseitigen Flügeln sich einsenkende Mulde wird im Norden von dem in der Linie Gildehaus-Bentheim heraushebenden Neocom-Sandstein unterlagert und begrenzt. Im Süden ist diese Begrenzung durch die liegenden Schichten keine geschlossene, sondern die letzteren treten nur am Rothenberg bei Ochtrup zu Tage, Neocom-Sandstein, unterlagert von Wealden- und Keuperschichten, sowie am Eper Berg. Wealdenschiefer. Die Mulde ist, daher im tektonischen Sinne keine geschlossene. Durch mehrere Schichtenglieder getrennt, wird der bei Weitem grösste Theil der Mulde durch eine Ablagerung mergeliger und schieferiger Thone ausgefüllt, welchen die in fast regelmässigen Abständen von 1 m sich folgenden, 6-10 cm starken Thoneisensteinflötze eingebettet sind. Dieses Schichtensystem wurde nach den neueren Bestimmungen von F. Klockmann als den Crioceras - Schichten angehörig bezeichnet, und sind auch in der That bei den jüngsten Schürf- arbeiten, welche im Mai d. J. unter meiner Leitung ausgeführt wurden, einige gut erhaltene Bruchstücke eines Crioceras gefunden worden. 2. Infolge der Ueberfluthung und Abschwemmung in der Diluvialperiode, welche hier eine breite Thalrinne herausbildete, treten die Thonschichten nur an wenigen Stellen zu Tage, sondern sind meist zu Tage mit Spathsand und Lehm in der Mächtigkeit von 0,5-2 m bedeckt.