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Vormittags-Ausflug in die Gegend von Halberstadt.

von Müller, G.

Kurzfassung

Der Zweck dieses Ausfluges war, die in der Literatur oft genannten Aufschlüsse am Kanonenberg und in den Spiegelsbergen zu besuchen. Am Kanonenberg sind in drei Ziegelgruben die Thone des Unteren Lias (Obere Psilonoten- und Angulaten-Schichten) aufgeschlossen, auf die sich gelbe Sande, an der Basis sehr grosse, fossilienreiche Concretionen führend, legen. Aus den sehr harten Concretionen sind Schalenexemplare meist nur dann herauszulösen, wenn sie längere Zeit der Verwitterung ausgesetzt gewesen sind. Gelegentlich eines Chausseebaues wurde jedoch einmal ein Nest Von losen Versteinerungen gefunden, die das Material zur Dunker'schen Monographie hergaben. Die leitenden Versteinerungen, so Ammonites Hagenowi, konnten in genügender Menge gesammelt werden. Höhere Schichten des Lias sind z. Z. nicht aufgeschlossen. Auf dem Wege zu den Spiegelsbergen ist von der Oberkreide, die auf dem Nordflügel der Halberstadt-Quedlinburger Kreidemulde sich direct auf den Lias auflegt, nur der Scaphitenpläner in zwei Steinbrüchen links vom Wege sichtbar. Die Cuvieri-Pläner, die früher südlich vom Goldbach gebrochen wurden, sind als eine kleine Welle im Terrain angedeutet, werden jedoch augenblicklich dortselbst nicht ausgenutzt. Die hierüber folgenden, blaugrauen thonigen Mergel des Emscher werden nur gelegentlich durch den Dampfpflug heraufgeholt. Sie werden nach oben sandig und glaukonitisch und gehen allmählich in einen weichen, stellenweis sehr grobkörnig werdenden Sandstein über, der seinerseits als Hangendes ein glaukonitisches Conglomerat mit Phosphoritgeröllen hat. Die glaukonitischen Sande im Liegenden des weissen Sandsteins werden als Formsande gegraben und seit mehreren Jahren sehr intensiv ausgebeutet. Es ist dies ein fossilienreicher Horizont.