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Die Sibyllenhöhle auf der Teck bei Kirchheim.

Fraas, Eberhard

Kurzfassung

Der malerische Felsenkranz, welcher die Ruinen der Teckburg trägt, und welcher diesem Berge wie dem umgebenden Steilabfalle des Albrandes sein charakteristisches Gepräge verleiht, wird gebildet ans den massigen Felsenkalken des weissen Jura. Auf den ammonitenreichen Thonen, welche Quenstedt's Weiss-Jura entsprechen, folgt eine ausgesprochene Schwammfacies, deren Charackter sich in massigen Kalken kundgiebt, die nur selten eine Andeutung von Schichtung aufweisen; sehr undeutlich und für das ungeübte Auge kaum zu erkennen sind in diesen Kalken die Ueberreste der Kieselspongien, welche sie erfüllen, um so deutlicher treten die Spongien aber in den thonreichen Einlagerungen innerhalb der Felsenmasse auf, und wir erkennen leicht, dass hier die Spongien den Formen angehören, welche für die untere Spongienfacies des Weiss-Jura leitend sind. Diese thonigen Einlagerungen verwittern natürlich leichter als der umgebende feste Kalk, und auf diese Weise entstehen Hohlräume, welche mehr oder minder tief in die Felsenwand eingenagt sind. Eine derartige Auswaschung von thonigem Spongitengestein finden wir in typischer Form im vorderen Theile der Sibyllenhöhle und ihr haben wir nicht zum Geringsten die Bildung des vorderen Höhlenraumes zuzuschreiben. Im Uebrigen aber haben wir auch bei dem Sibyllenloche an die gewöhnliche Auslaugung durch das Wasser in den massigen Kalken zu denken, begünstigt durch das Vorhandensein von Spalten, welche das Gestein durchsetzen. Die Höhle selbst zeigt ihre Oeffnung nach aussen direct unter dem Aussichtsthurme auf der Teck etwa 12 m unter dessen Basis am Fusse der senkrecht abfallenden Felswand. Von dort aus erstreckt sich die Höhle 23 m tief in den Berg hinein in annähernd SO.-Richtung. Der Verlauf der Höhle wird am besten durch die beistehenden Figuren erläutert, welche den Grundriss, ein Längsprofil in der Achse und einige Querprofile darstellen.