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Beitrag zur Kenntniss der Eruptivgesteine von Predazzo und des Monzoni.

v. Huber, O.

Kurzfassung

Professor Brögger hat in seiner eben so gründlichen, als an neuen Gesichtspunkten reichen Abhandlung über "Die triadischen Eruptivgesteine bei Predazzo" (Kristiania 1895) über eine Reihe von Fragen, insbesondere über das gegenseitige Altersverhältniss, die Eintheilung und Nomenklatur der einzelnen Eruptivgesteine Anschauungen zum Ausdruck gebracht, welche der eingehendsten Prüfung und Beachtung seitens der competenten Fachkreise sicher sein können. Nachdem ich meine Sommerferien siebenmal in Predazzo und Umgegend zugebracht und fleissig beobachtet und gesammelt habe, auch von Dünnschliffen und chemischen Analysen allmählich ein ziemlich reiches Material besitze, wird es auch mir gestattet sein, zur Förderung der Kenntniss jener altberühmten Gegend, welche - obgleich seit 80 Jahren das Ziel der namhaftesten Geologen Europas - noch keineswegs erschöpfend erforscht ist, mein Scherflein beizutragen. I. Monzonit und Pyroxenit. Brögger hat den Syenit, Diorit, Diabas, Gabbro und Hypersthenit der Gegend im Wesentlichen auf Grund ihres Kieselsäuregehaltes (über und unter 50 pCt. SiO2) in die zwei Typen Monzonit und Pyroxenit vereinigt. Dieser Vorschlag erscheint als ein glückliches zusammenfassendes Ergebniss der Gesammtheit der vorangegangenen Arbeiten von Freiherrn v. Richthofen bis Dölter, vom Rath. Reyer, Cathrein und Anderen. Aus der Prüfung einer grossen Zahl von Dünnschliffen, deren Material von verschiedenen unten genannten Orten sowohl der nächsten Umgegend von Predazzo als vom Monzoni stammt, ergab sich, dass die seitherige Unterscheidung von Syenit und Diorit nicht durchführbar ist, weil Orthoklas und Plagioklas in den Gesteinen stets zusammen und häufig in gleicher Menge vorkommen.