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Einige Beobachtungen im Bornholmer Lias.

Deecke

Kurzfassung

Obwohl Fokchhammer und Johnstrup in den Liasschichten der Insel Bornholm seit lange schon Lagen mit marinen Muscheln angegeben hatten, erfolgte doch erst ziemlich spät eine genauere Bestimmung derselben, die zu einer Einreihung dieser Schichten in das chronologische System ausreichte, v. Seebach hatte 1867 gelegentlich eines Ausfluges nach der Insel einige Muscheln in einem Thoneisenstein gesammelt und benannte eine derselben Leda bornholmiensis. Eine sorgfältige Bearbeitung des bis 1878 angesammelten Materials verdanken wir Lundgren, welcher auf Grund seiner Resultate diese marinen Ablagerungen der Juraformation dem mittleren Lias zurechnete. Eine ganze Anzahl der von ihm beschriebenen Arten fand dann Joh. Chr. Moberg im südöstlichen Schonen wieder und zwar zusammen mit einigen bisher aus diesem Juragebiete nicht bekannten oder völlig neuen Formen vergesellschaftet. Umgekehrt gelang es mir, auf Bornholm in einem eisenschüssigen Sandstein die Schonen'sche Fauna in ziemlicher Vollständigkeit zu constatiren, wodurch jeder noch etwa mögliche Zweifel an der Zusammengehörigkeit dieser Ablagerungen ausgeschlossen ist, so dass die ähnlichen in Nord-Deutschland Deutschland verstreuten liasischen Diluvialgeschiebe aus dem gesammten zwischen Südost-Schonen und Bornholm liegenden Areale, wenn nicht von einer noch grösseren Fläche bis gegen Cammin hin abgeleitet werden müssen. Als ein kleiner Beitrag zur Geologic Bornholms mag hier die Liste der in Greifswald befindlichen Liasfossilien nebst einigen anderen Bemerkungen abgedruckt werden. Die von mir wiederholt und nach meiner Angabe neuerdings auch von Herrn Dr. Groenwall ausgebeutete Fundstätte liegt am Auslauf der Vellings- oder Stampeaa an der Südküste, etwa 2 1/2 km südöstlich von Rönne.