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Der alte Umlauf von Süssenborn bei Weimar nach Rastenberg an der Finne.

Michael, Paul

Kurzfassung

Von F. Regel wurde in seiner Geographie von Thüringen zum ersten Male die Vermuthung ausgesprochen, dass der Lauf der altdiluvialen Ilm abweichend von der heutigen Richtung etwa von Ossmannstedt ab nordwärts nach der Finne hin gerichtet war. Die Vermuthung gründete sich wohl auf die Betrachtung der geologischen Karte, welche besonders auf Blatt Buttstedt zahlreiche Geschiebeablagerungen in der Richtung von Buttstedt auf Rastenberg hin in ungefähr gleicher Höhenlage aufweist. Aus den den Karten beigegebenen Erläuterungen lässt sich keine Gewissheit darüber schöpfen, weil die Untersuchung und Beschreibung dieser diluvialen Ablagerungen, dem damaligen Stande der Diluvialforschung entsprechend, nicht mit der wünschenswerthen Genauigkeit gemacht worden sind. Es war eine naheliegende Aufgabe, durch örtliche Untersuchung festzustellen, ob thatsächlich jene aufgezeichneten Geschiebemassen einer Ilm zuzuschreiben sind oder nicht. Schon gelegentlich meiner Untersuchungen über die Gerölle und Geschiebe in der Umgegend Weimars (Programm des Realgymnasiums zu Weimar 1896) hatte ich Anlass genommen, die auf dem Polaken- (650-600 FUSS Höhe) und Weinhügel (620-575 FUSS) zwischen Oberreissen und Buttstedt verzeichneten Schotterablagerungen anzusehen, und hatte nachweisen können, dass der petrographische Charakter der Schotter unzweifelhaft auf die Ilm als Ursprung hindeute. Mehrmalige Excursionen nach den weiter nordwärts zwischen Buttstedt und Rastenberg gelegenen Gebieten haben nun die Gewissheit gebracht, dass die meisten anderen der als Geschiebesand und -kies (d1) aufgeführten Diluvialbildungen typische Ilmschotter-gekennzeichnet besonders durch Porphyrite und Langenbergquarzite-sind.