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Das palaeothermale Problem.

Semper, Max

Kurzfassung

II. Berichtigungen und Zusätze Ober die klimatischen Verhältnisse des Eocän. In dem ersten Aufsatz über das paläothermale Problem suchte ich in erster Linie die Methode darzulegen und als durchfahrbar zu erweisen, mit welcher nach meiner Ansicht eine zutreffendere Lösung des klimatischen Problems zu erreichen war, als auf dem gewöhnlich eingeschlagenen Wege. Wie in der Gegenwart, so muss auch in früheren Zeiten das Klima, besonders die Temperaturen der Meeresoberfläche von dem Verlauf der Meeresströme abhängig gewesen sein. Als erste Aufgabe einer Untersuchung über das Klima der Vorzeit ergiebt sich daher die Feststellung der damaligen marinen Geographie und der klimatischen Umgestaltungen, welche allein durch die abweichende Vertheilung von Festland und Meer hervorgerufen werden mochten. Erst die auf solche Weise gewonnenen Temperatur- u.a. Werthe können die Grundlage bieten zur weiteren Untersuchung, ob noch andere, nicht direct zu constatirende Alterationen in den klimatischen Factoren von Einfluss gewesen sein müssen. Es ist durchaus verfehlt, sich gleich dieser letzten Frage zuzuwenden und dabei die Wärmevertheilung der Gegenwart direct zu Grunde zu legen, denn diese ist wie jede andere durch die heutige Configuration der Continente bedingt und bedeutet in keiner Weise eine Art von klimatischem Normaltypus. Ich suchte nun festzustellen, wie weit die eocäuen Meeresströme sich reconstruiren Hessen; demnächst waren Muthmaassungen über ihre Temperaturen abzuleiten und erst dann zu untersuchen, ob das hierdurch gegebene Klima mit den Anschauungen übereinstimmte, welche auf anderem Wege, durch Vergleich der fossilen und recenten Floren u. s. w. gewonnen waren.