Original paper

Ueber die Organisation der Petalodonten.

Jaekel, Otto

Kurzfassung

Als Petalodonten wurden von Newberry u. Worthen 1866 eine Anzahl carbonischer Zahnformen zusammengefasst, die mit folgenden Gattungsnamen belegt waren: Petalodus Owen, Petalorhynchus Agassiz, Ctenoptychius Agassiz, Antliodus Newberry u. Worthen, Dactylodus Newberry u. Worthen, Polyrhizodus Mc Coy, Chomatodus Agassiz. Die Diagnose der Familie beschränkte sich auf eine allgemeine Charakteristik der Zahnform und lautete: "Teeth compressed, transversely elongated, crown with anterior and posterior surfaces enameled, meeting above in a more or less acute-angled edge, bordered below by imbricating folds of enamel, which encircle the crown; anterior crown-face generally convex; posterior, concave; root more or less developed, sometimes large, sometimes nearly obsolete, bony rough, tumid." War die bisherige Beurtheilung dieser Formen lediglich auf die Form der einzelnen Zähne basirt, so vertiefte sich deren Kenntniss wesentlich durch den Nachweis, dass deren Hauptvertreter Petalodus in enger morphologischer Beziehung zu der lange bekannten Gattung Janassa des europäischen Zechsteins stand. Dieser Nachweis wurde 1870 in einer ausgezeichneten Arbeit von Hancock u. Howse erbracht, die zugleich zeigten, dass die bisherige Beurtheilung des Gebisses von Janassa falsch war, dass letzteres nicht, wie man bisher annahm, eine einzige Kauplatte darstelle, sondern die Bezahnung beider Kiefer vereinigte. Es ist eine eigentümliche Parodie auf den Fortschritt der Wissenschaft, dass die richtigen und werthvollen Ergebnisse der genannten Autoren in der späteren Litteratur eine vollständige Missachtung erfuhren, dass dagegen der einzige bemerkenswerthe Irrthum, den dieselben dabei begangen, allseitig acceptirt wurde.