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Ueber Cephalopoden aus dem unteren Muschelkalk bei Sondershausen.

Picard, Karl

Kurzfassung

Balatonites spinosus n. sp. Im Band X, Heft 1 und 2 der "Mitteilungen des paläontologischen Instituts der Universität Wien" vom Jahre 1896 hat Herr G. Von Arthaber auf p. 52 ff. seiner Arbeit "Die Cephalopodenfauna der Reiflinger Kalke" im Anschluss an die Formengruppe des Ceratites cimegamus v. Mojs. den von mir beschriebenen Balatonites sondershusanus - "wegen der grossen Analogien, welche diese Form aus dem deutschen Muschelkalk mit alpinen Cephalopoden bietet", einer Besprechung unterzogen und ihn nach einem von mir erhaltenem Stearinabgusse erneut beschrieben und t. 5, f. 1 a, b, c, d abgebildet. Wenn Herr v. Akthaber die Bestimmung der neuen Art als "Balatonites" wegen des fehlenden Kieles, bezw. der Kieldornen eine irrthümliche nennt und sie zu "Ceratites" stellt, so muss ich mich nach nochmaliger Prüfung der Versteinerung vorläufig seiner Ansicht anschliessen. Mich bestimmte ausser den l. c. p. 485 angegebenen Gründen noch der Umstand, dass auf der dem zweiten Umgange zugewandten Seite des Steinkerns Schalenbruchstücke am letzteren eine kielartige Erhebung anzudeuten schienen, die ich l. c. t. 24, f. 4 als flachen Kiel zeichnete, und die sonstige Uebereinstimmung der Sculptur der Seitenwände des Balatonites sondershusanus mit B. Ottonis v. Buch, den Cephalopoden von Sondershausen zu Balatonites zu stellen. Die von mir angegebenen Maasse sind am Abdruck gemessen, entsprechen also den Grössenverhältnissen des denselben verursachenden Thieres, während sich die von Herrn v. Arthaber p. 53 verzeichneten auf den Stearinabguss beziehen, also etwas zu klein sind, da Stearin beim Erkalten ein geringeres Volumen hat. Der Verlauf der Suturlinie ist so schlecht erhalten, dass ich es Herrn v. Akthaber überlassen muss, seine Beschreibung und die t. 5. f. 1 d gegebene Zeichnung einer solchen zu rechtfertigen; durch wiederholt angefertigte Abgüsse sind die Spuren der Loben und Sättel fast gänzlich zerstört worden. Nur ein als Steinkern erhaltenes Exemplar könnte Klarheit über die Gestalt des Kieles und den Verlauf der Suturlinie bringen.