Original paper

Ueber zwei neue Fossilien aus dem Devon der Eifel.

Kayser, Emanuel

Kurzfassung

Die beiden seltenen Versteinerungen, um die es sich hier handelt, gelangten erst vor Kurzem in den Besitz des Marburger geologischen Instituts. Die eine gehört dem älteren Mitteldevon, die andere dem Unterdevon an. Beide sind interessant als fremde Formen in der rheinischen Devonfauna, und zwar die erste als ein böhmischer, die zweite als ein amerikanischer Typus. 1. Stropheodonta Sowerbyi Barr. Barrande beschrieb die Art (als Leptaena) zuerst im Jahre 1848 in seiner bekannten Abhandlung über die Brachiopoden aus den silurischen Schichten von Böhmen. Nach dem genannten Forscher gehört sie dem unterdevonischen Konjeprus-Kalke an, kommt aber auch in dem jüngeren (bekanntlich unserem Greifensteiner Kalk entsprechenden) Mnenian-Kalk vor. In beiden scheint sie selten zu sein. Ich habe in den böhmischen Sammlungen nur wenige Exemplare der Muschel zu Gesicht bekommen und selbst nie das Glück gehabt, sie zu finden. Stropheodonta Sowerbyi unterscheidet sich von allen übrigen, mit ihr vorkommenden Arten von Strophomeniden durch ihre ansehnliche Grösse und ihr sehr dünnes, nahezu flaches Gehäuse mit schwach convexer Stielklappe und entsprechend concaver Brachialklappe. Der Umriss des Gehäuses ist halbelliptisch, bald etwas breiter als lang, bald umgekehrt. Die Stielklappe hat ein langes, niedriges Schlossfeld, dessen kleine Deltaöffnung mit einer gewölbten Platte bedeckt ist. Die Schlosslinien beider Klappen sind gekerbt. Die Sculptur besteht aus gedrängten, etwas unregelmässigen, sich durch Theilung vermehrenden, fadenförmigen Radialrippchen, deren jedes vierte bis achte etwas stärker ist als die übrigen. Ausserdem sind noch zahlreiche wellig-runzelige, concentrische Anwachsringe vorhanden, die sich schon in geringer Entfernung von den Wirbeln einstellen und weiterhin immer stärker werden, indess stets mehr oder weniger unregelmässig verlaufen.