Original paper

Zum geologischen Bau des Glärnisch.

Baltzer, Armin

Kurzfassung

Unter dem Titel "Ueber den geologischen Bau des Glärnisch" hat A. Rothpletz eine interessante Studie über diesen etwas vernachlässigten Gebirgsstock des Cantons Glarus veröffentlicht, die die Kenntniss desselben in mehreren Punkten fördert. Nachdem ich mich vor 30 Jahren eingehend mit dem Gegenstand beschäftigte, giebt mir obige Publication Veranlassung zu einigen Bemerkungen. Rothpletz stimmt mit mir darin überein, dass (was früher bezweifelt wurde) wirkliche Wiederholungen der Jura-Kreide-Eocän-Stufen vorkommen, verwirft jedoch meine Hypothese eines aus geneigten Falten hervorgegangenen liegenden Faltensystems. Als reeller Ausdruck der Thatsachen wird Bruch und vierfache Ueberschiebung angenommen, wodurch 4 übereinander gelagerte Schollen ("Schubmassen") entstanden, von denen 2 auf den oberen Theil des Gebirges (Kreide, Jura), 2 auf den vorwaltend jurassischen Sockel fallen. Die obere Ueberschiebung. Die wichtigste, mit der die Ansicht ihres Autors steht oder fällt, ist die oberste, nach Profil 2 ca. 1 1/2 Stunden lange, die mit ca. 20° nach NNW. fällt. Im Osten mit Urgon beginnend, soll sie nach und nach Neocom, Valenginien und Berriasschiefer schief abschneiden. Sie gründet sich 1. auf directe Beobachtung einer kleinen Stelle am Mittelglärnisch, 2. auf eine Beobachtung aus der Ferne und von oben, sowie 3. darauf, dass auf der Südostseite die untere Kreide normal liege und das Urgonien beim Firnplateau nicht doppelt auftrete.