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Aptien und Hauterivien im kleinen Baichán.

Boehm, Georg

Kurzfassung

In einer brieflichen Mittheilung dieser Zeitschrift, IL, 1897, p. 696 berichtete ich über Fundpunkte von Kreidefossilien im kleinen Balchän südlich von Perewál. Perewäl ist eine Wüstenstation der transkaspischen Eisenbahn, 215 km von Krassnowodsk entfernt. Der Zug braucht zur Zurücklegung dieser Strecke fast 9 Stunden. Ich habe die Station selbst an anderer Stelle geschildert. Südlich von Perewäl erhebt sich die Gebirgswüste des kleinen Balchän, deren Vorberge von der Station aus in 11/2-2 Stunden bequem zu erreichen sind. Die hier beigefügte Skizze zeigt das Gebirge, von Perewäl aus gesehen. Ich verdanke sie der Freundlichkeit meines lieben Reisegefährten, des Herrn Joh. Walter aus Jena. Die Ziffern geben die ungefähre Lage der Fundorte. Ich besuchte am 24. September 1897 die Fundpunkte 1, Tags darauf die Punkte 2 und 3; beide Male in der vorsorglichen Begleitung des Herrn Telegrapheninspectors C. Ahnger aus ‘ss-chabad. Man durchschreitet von Perewäl aus zunächst eine ebene, mit Sand und dann mit Kieseln bedeckte Wüste. Die Kiesel geben die Grenze an, bis wohin die Transportkraft der letzten, vom Gebirge herabbrausenden Regenfluthen reichte, die bald darauf - vom glühenden Wüstensande aufgezehrt - versiegten. Allein nicht nur Gerolle haben die reissenden Wässer aus dem kleinen Balchän in die Ebene verfrachtet, sondern auch massenhaft Fossilien, die deutlich ihren Ursprungsort bekunden. Die verschiedenen Fundpunkte bei 1 liegen missweisend ca. S. 20 O. von Perewäl, die Orte 2 und 3 weiter westlich und wohl auch südlicher. Ich werde später zeigen, dass die Fundpunkte 1 nach meiner Auffassung zum Aptien, die Fundpunkte 2 nnd 3 zum Hauterivien gehören.