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Neue Beiträge zur Geologie und Paläontologie der Umgebung von Recoaro und Schio (im Vicentin).

Tornquist, Alexander

Kurzfassung

III. Beitrag: Der Spitz-Kalk. Der weisse Kalk des Monte Spitz ist stratigraphisch eng mit den gefärbten, oft kieseligen Knollenkalken und Tuffen des Subnodosus-Niveau verbunden, wie im II. Beitrag an einigen Profilen gezeigt wurde. Er bildet in der Umgebung von Recoaro und Schio ein besonders in die Augen fallendes Gestein, da er vermöge seiner grossen Widerstandsfähigkeit gegen die Atmosphärilien und die Erosionskraft des Wassers überall als deutlicher Terrassenabsatz im Aufbau des Gebirges hervortritt, und nur dort, wo mächtige Schottermassen ihn bedecken-unter dem Passo della Lora beispielsweise -, oder wo zahlreiche Verwerfungen eine weitgehende Zerstückelung-wie bei San Ulderico-hervorgerufen haben, ist diese Terrassenbildung nur undeutlich erkennbar. Es ist daher nicht zu verwundern, dass, während die Subnodosus-Schichten bei ihren weniger in die Augen fallenden Aufschlüssen erst in neuerer Zeit die Aufmerksamkeit auf sich gezogen haben, der Spitz-Kalk bereits seit Langem beschrieben und gedeutet worden ist. Pietro Maraschini, Murchison u.a., ebenfalls noch Von Schauroth hielten den Spitz-Kalk für Lias, und erst Pirona erkennt im Jahre 1863 seine triadische Natur. Fossilien waren zu jener Zeit allerdings noch nicht bekannt, und Pirona mögen ausser der petrographischen Aehnlichkeit des Kalkes des Monte Spitz mit dem Esino-Kalk die von v. Schauroth als Chaetetes triasinus beschriebenen Diploporen aus den unmittelbar unter dem Spitz-Kalk liegenden schwarzen Kalken zu dieser Ansicht geführt haben, denn er vergleicht diese Fossilien selbst ganz richtig mit den Diploporen, welche Stoppani in seiner "Paléontologie lombarde-esino" als Gastrochoena obtusa abgebildet hatte.