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Studien an cretaceischen Anthozoen.

Felix, Johann

Kurzfassung

Phyllosmilia transiens n. sp. Eine Durchsicht der von Reuss als Trochosmilia Basochesi bezeichneten Korallen von Gosan ergab, dass sie sämmtlich nicht zu dieser Species gerechnet werden können, sondern theils eine neue Art der Gattung Phyllosmilia darstellen, theils Rhipidogyra, Glyphephyllia und verwandten Formen zugetheilt werden müssen. Trochosmilia Basochesi, eine Koralle, welche später von Fromentel mit Recht von dieser Gattung getrennt und als Phyllosmilia bezeichnet wurde, kommt allerdings auch bei Gosau vor, scheint dort aber die seltenste Art zu sein. Trotz des reichen Materiales, welches im Paläontologischen Museum in München, in der k. k. geologischen Reichanstalt und in dem k. k. Hofmuseum in Wien aufbewahrt ist, habe ich nur in letzterem ein einziges Exemplar aufgefunden. Es ist prächtig erhalten und stimmt völlig mit französischen Stücken überein. Ein grosser Theil der bisher zu dieser Art gerechneten Exemplare von Gosau ist, wie oben bemerkt, als eine neue Phyllosmilien-Art zu betrachten. Die nächstverwandte Form ist Phyllosmilia flahelliformis From. Von dieser unterscheidet sich aber Ph. transiens dadurch, dass bei ihr die Schmalseiten des keilförmig comprimirten Polypars einen viel stumpferen Winkel bilden, als dies bei Ph. flabelliformis der Fall ist, und das Polypar sich überhaupt meist viel stärker nach der Seite hin ausbreitet. Auf den dadurch entstehenden Uebergang zur Gattung Diploctenium soll sich der vorgeschlagene Speciesname beziehen. Das Polypar ist stark comprimirt, der Kelch daher lang und schmal. Das untere Ende bildet einen mehr oder weniger verlängerten Stiel, an dem man eine stets nur sehr kleine Anheftungsstelle wahrnimmt. Gewöhnlich ist das Polypar etwas ge- bogen, und zwar bald nach der grossen, bald nach der kleinen Axe des Kelches; seltener ist es gerade, keilförmig.