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Beitrag zur Kenntniss der Nothosauriden des unteren Muschelkalkes in Oberschlesien.

Schrammen, Anton

Kurzfassung

Einleitung. Vor einigen Jahren bat Herr Professor v. Fritsch für einen Nothosauriden aus dem unteren Wellenkalk die Gattung Cymatosaurus aufgestellt. Zwar waren schon früher aus den Schichten von Chorzow, den oberschlesischen Aequivalenten des unteren Wellenkalkes, Angehörige der neuen Gattung v. Fritsch's von Gürich als Nothosaurus latifrons und N. lattssimus, beschrieben worden; aber ihre ungenügende Erhaltung verhinderte wohl, dass Gürich eine neue Gattung aufstellte. Doch sagt Koken, noch bevor der Hallesche Saurier gefunden war, in einer Besprechung des Nothosaurus latissimus: "Nimmt man Nothosaurus mirabilis als Typus der Gattung an, so ist der Unterschied so gross, dass man füglich die Gürich'sche Art in eine neue Gattung einreihen kann." Mittlerweile ist es nach mehrjährigem fleissigen Sammeln an den besten Aufschlüssen des unteren Muschelkalkes von Oberschlesien Herrn kgl. Landmesser Grundby und mir gelungen, Material herbeizuschaffen, welches einerseits manche Lücken unserer Kenntniss des Schädelbaues der Gattung Cymatosaurus ausfüllt, andererseits eine genauere Auffassung von der entwickelungsgeschichtlichen und damit der systematischen Stellung der bislang zur Gattung Nothosaurus gestellten Nothosauriden aus den Schichten von Chorzow zulässt. Die ergiebigsten Fundstellen waren die Steinbrüche in der Umgebung des an der Breslau-Oderberger Eisenbahnstrecke gelegenen Dorfes Gogolin. Ihnen wurden s. Z. Nothosaurus latifrons und N. latissimus entnommen, aus ihnen stammen auch die neuen Schädel.