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Podocrates im Senon von Braunschweig und Verbreitung und Benennung der Gattung.

Schlüter, Clemens

Kurzfassung

A. Verbreitung. Im Westen der Stadt Braunschweig, sowie im Südwesten bis zum Dorfe Broitzen sind blaugraue, vorherrschend thonige oder thonig-mergelige Ablagerungen seit langer Zeit bekannt und seit einem Menschenalter durch das Vorkommen zahlreicher Scheiden von Actinocamax berühmt. Die Ausbeutung dieser Schichten für die Herstellung von Ziegeln hat einen immer grösseren Umfang gewonnen und hierbei hat sich ergeben, dass dieselben das Bett zahlreicher fossiler Reste bilden, deren Reichthum freilich für die Wissenschaft noch ungehoben ist. Zu den hervorstechenden, in jüngster Zeit aufgefundenen Fossilien gehört ein grosser Kruster aus der Gruppe der Langschwänzer, der sich gleich beim ersten Versuche, das verdeckende Gestein mit der Nadel abzuheben, als ein Podocrates präsentirte. Die Erhaltung des Stückes ist eine unvollkommene. Antennen und Füsse fehlen gänzlich. Der Cephalothorax ist eingedrückt und zeigt nur die rechte Seite vom Hinterrande bis zur Nackenfurche. Vom Abdomen erkennt man die sieben - z. Th. auch verdrückten-Segmente und an mehreren in 3 Dornen auslaufende Epimeren; ebenso Höcker und Granulen, erstere in der Mittellinie und den Seitenlinien, letztere nur auf dem Brustpanzer, indem der Hinterleib nicht granulirt ist. Alles dies lässt keinen Zweifel, dass ein Podocrates, und zwar Podocrates dülmenensis vorliege. Er ist zugleich grösser als die früher von mir beschriebenen Stücke, ja das grösste überhaupt bekannte Individuum der Art, indem der Hinterleib ca. 125 mm, der Cephalotborax seitlich vom Hinterende bis zur Nuchalfurche ca. 95 mm, summa 220 mm misst, während das grösste von mir früher abgebildete Exemplar für dieselbe Erstreckung nur 180 mm misst.