Original paper

Lambertia Gardinalei n. g. n. sp., ein neuer Spatangiden aus dem Vicentiner Tertiär.

Oppenheim, Paul

Kurzfassung

Das hier pag. 29 abgebildete Exemplar stammt aus den gelben Kalken mit Leiopedina Tallavignesi Cott. (= Chrysomelon Vicentiae Laube). welche in der Umgebung der Stadt Lonigo in den befischen Bergen die tiefsten Horizonte der Priabona-Schichten bilden. Es befand sich in der Privatsammlung des Herrn Luigi Gardinale in Vicenza und wurde dem Vortragenden bereitwilligst zur Veröffentlichung überlassen, was auch hier dankbar anerkannt sein möge. - Es handelt sich um einen Spatangiden, der in seiner Gesammterscheinung, zumal in der Gestalt der Ambulacren und der Anordnung der grossen Warzen an Lovenia und Sarsella (z.B. S. sulcata Cotteau) erinnert. Da die Oberfläche anscheinend bei einer früheren Präparation gelitten hat, so lässt sich über das Vorhandensein oder Fehlen der Fasciolen nichts Sicheres aussagen, und dieses für die Abgrenzung der Spatangiden-Familien so wichtige Merkmal hat hier vorläufig etwas zurückzutreten. Annehmen möchte man auf Grund des Abbrechens sämmtlicher Petalodien in grösserer Entfernung von dem kleinen, trapezförmigen Scheitelschilde, dass die Form einem Entwickelungszweige angehört, bei welchem die Tendenz zur Ausbildung einer Internfasciole bereits vorhanden war. Es kann an dieser Stelle keine bis in das Einzelne gehende Beschreibung des Echiniden gegeben werden, für welche auf meine monographische Darstellung der Priabona-Schichten und ihrer Faunen verwiesen sein möge. Es sei hier nur kurz erwähnt, dass die Form flach ist, dass ihr höchster Punkt im Profile sich im Scheitelschild befindet, von welchem sich der Umriss nach vorn etwas stärker senkt als nach hinten.