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Über Orcagnia trivigiana n. g. n. sp.. einen neuen dibranchiaten Cephalopoden.

Oppenheim, Paul

Kurzfassung

Auch diese Form stammt aus den Priabona-Schichten Venetiens und wurde von dem Vortragenden im Frühjahre 1898 in den blauen Thonen der Umgegend von Possagno bei Forniseta selbst gefunden, zusammen mit Turritella gradataeformis v. Schaur., Flabellum appendiculatum Brong. und anderen demnächst im Zusammenhange zu schildernden Leitfossilien des Complexes. - Es handelt sich um eine vorn hohle, nach dem leicht gekrümmten hinteren Ende compakte, drehrunde, hornglänzende Röhre, deren Querschnitt ein unregelmässiger polygonaler ist. Auf der Ventralseite verläuft eine tiefe, mediane Furche mit aufgewulsteten Rändern, während an den Seiten unregelmässige, theilweise vertiefte Längslinien wie bei Vasseuria occidentalis Mun.-Ch. aus Roncà und Bois-Gouët in der Bretagne beobachtet werden. Auf der Dorsalseite befindet sich ein dünnes, rhombisches Blatt, welches seitlich scharf von den Übrigen Theilen der Röhre absetzt und von gedrängten, in der Stärke abwechselnden Anwachsringen bedeckt ist. Diese verlaufen im tief concaven Bogen nach beiden Seiten und zwar so, dass die Convexität nach der Spitze zu gerichtet ist; es entspricht dies ganz der Zeichnung, welche v. Zittel in seiner Paläontologie, II, p. 511, t. 70, f. 3c von dem Proostracum von Ostracoteuthis superba Zitt. giebt, während bei dem recenten Sepienschulp das umgekehrte Verhalten, also Convexität nach vorn, zu beobachten ist.