Original paper

Einen Dipterus aus dem rheinischen Devon vor.

Jaekel, Otto

Kurzfassung

Dieses Stück, welches den ersten Fund dieses Dipnoers aus Deutschland darstellt, war mir von Herrn Oberlehrer Winterfeld aus Mühlheim zur Untersuchung zugeschickt; diese wurde dadurch vereinfacht. dass mein verehrter Freund Herr R. Traquair aus Edinburgh bei einem Besuch das Stück mit Sicherheit als einen Vertreter der Gattung Dipterus bestimmen konnte. Ob das Stück innerhalb dieser eine neue Art repräsentirt. wage ich nicht zu entscheiden, da es nur einen Theil des Rumpfes und Schädels ohne Extremitäten erhalten zeigt. Herr Traquair konnte aber an demselben keine wesentlichen Unterschiede gegenüber dem schottischen D. Valenciennesi S.u.M. erkennen. Leider ist der genauere Fundort desselben unbekannt; die Wahrscheinlichkeit spricht indess dafür, dass es aus dem rechtsrheinischen Gebiet der sog. Lenneschiefer stammt. Bemerkenswerth ist der Fund aber durch das Gestein, in dem er sich findet. Dasselbe ist ein knolliger Kalk mit Crinoidenresten, also unzweifelhaft mariner Bildung. Wenn Dipterus nicht in diese Sedimente vom Ufer hereingeschwemmt ist, dann würde ein autochthones Vorkommen von Dipterus im Meer einige Bedenken dagegen involviren, die Ablagerungen seines Hauptverbreitungsgebietes, des Oldred Sandstone, als Ablagerungen von Binnenseen anzusprechen. Indess ist natürlich, falls nicht weitere gleichartige Vorkommnisse bekannt werden, der Transport eines einzelnen Cadavers durch einen Fluss in's Meer in keiner Hinsicht unwahrscheinlich.