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Neocompflanzen der Kelb'schen Sandgrube bei Quedlinburg.

Richter

Kurzfassung

Die Kelb'sche Sandgrube liegt bei der Hartmann'schen Restauration am Fusse des Langenberges und etwa 3 km näher an Quedlinburg, als die von Weichsel entdeckte Fundstelle, welche die ersten Weichselien lieferte. Den Pflanzenreichthum der ersteren hatte der Vortragende zuerst bemerkt und im vergangenen Jahre bereits den Mitgliedern der Deutschen geologischen Gesellschaft, welche sich an der Harzexcursion betheiligten, einige der bis dahin gefundenen Pflanzenreste gezeigt. Der Sand, in dem die Pflanzen eingebettet sind, ist weder so grob, wie derjenige der alten Fundstelle, noch so fein, um bei centimeterlangen oder -breiten Blättchen im Allgemeinen mehr als die Mittelader erkennen zu lassen. Blattsubstanz und Soren sind daher höchstens in Form von Kohlenstaub vorhanden. Ausnahmen sind sehr selten, und die Bestimmungen deshalb oft unsicher. Nur Spindeln und Zweige zeigen manchmal nicht nur structurlose Kohle, sondern leidlich erhaltene Holzfasern. Da ausserdem der Sandstein meist sehr locker ist, so werden von grösseren Pflanzenresten fast immer nur Bruchstücke gewonnen. Die Mühe, aus solchen Bruchstücken auf die ganze Pflanze zu schliessen, ist daher keine geringe, da meist erst eine sehr grosse Anzahl solcher Stücke einen Schluss ermöglicht. Die einzigen vom Langenberge bisher bekannten Pflanzen sind die von Stiehler beschriebenen: Weichselia Ludovicae, Pterophyllum Ernestinae und Pandanus Simildae. Auf der neuen Fundstelle wurde nur die erste sicher aufgefunden, ausserdem Hausmannia dichotoma DKR., Sphenolepidium Sternbergianum und Kurrianum Schenk., Moriconia cyclotoxon Debey u. Ettingh., ferner Pflanzenreste, die sehr an Baieropsis pluripartita Fontaine, Baiera Münsteriana, Glossozamites Schenkii, Zamites speciosus und Gleichenia longipennis HEER erinnern, ja sogar Zapfenreste, die anscheinend solche von Geinitzien sind.