Original paper

Über Quedlinburger Kreideconiferen, insbesondere über solche, welche an Geinitzien und Sequoien erinnern.

Richter

Kurzfassung

Er bemerkte zunächst, dass die Letten der Altenburg an Geinitzien besonders reich sind, weniger die durch ihren Blätterreichthum bekannte Fundstelle Yxems, welche ein Theil der Mitglieder der Gesellschaft bei der Harzexcursion des vorigen Jahres in der Nähe von Westerhausen besichtigte. Nur an Geinitzien reich ist der durch seine Crednerien berühmte Heidelberg bei Blankenburg, nur an Sequoienzapfen (und an dicotylen Blättern) die Letten in der Nähe des Sternbrunnens bei der Altenburg, während die darüber lagernden blätterreichen Schichten eisenschüssigen Sandsteins an Coniferen arm sind. Fast coniferenlos erscheint der hin und wieder an Crednerien und anderen Laubblättern reiche Quarzit des Eselstalls. Zu den wenigen im Salzberge gefundenen Pflanzen gehören auch Zapfen von Geinitzien und Sequoien (auch Crednerien, diese alle im Besitze des Vortragenden). Artenreich aber spärlich sind die Reste von Coniferen in den neocomen Schichten des Langenberges vertreten. Dies gilt sowohl von der alten Fundstelle Weichsel's als auch von der von dem Vortragenden im vorigen Jahre aufgefundenen und von ihm in letzter Sitzung besprochenen. Hier herrschen Weichselia Ludovicae Stiehler, Matonidium Goepperti Schenk, Phlebopteris dubia und Microdictyon regale Richter, Kohlmannopteris insignis Richter (resp. Protorrhipis Buchii Andrae), Hausmannia dichotoma DKR., Baieropsis und Baiera ähnliche Pflanzen sowie Gleichenien entschieden vor. Nur Cycaditen sind noch seltener als Coniferen. Von letzteren findet man am häufigsten Zapfen und Zweige von Sphenolepidium Sternbergianum und Kurrianum Schenk, ferner solche, die anscheinend zu Geinitzia HEER, Sequoia Torrey und Pinus Link gehören. Ferner Zweige von Moriconia cyclotoxon Debey u. Ettingh. und solche, die anscheinend zu Pachyphyllum Saporta und Widdringtonia Endlicher gehören und manche andere vom Vortragenden noch nicht bestimmte Reste.