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Über einige irrige Bestimmungen.

Oppenheim, Paul

Kurzfassung

Herr Beushausen hat in der letzten Sitzung an einem sehr lehrreichen Beispiele nachgewiesen, wie falsche Bestimmungen entstehen, sei es durch ungünstig erhaltenes Material, sei es durch ungenügende Sorgfalt des Autors, und wie hartnäckig sie, einmal entstanden, sich in der Literatur festsetzen, von Werk zu Werk übernommen werden und nur äusserst schwer dann wieder zu entfernen sind. Die anregende Schilderung dieses Vorganges hat mich veranlasst, auf dem Gebiete der mir nächstliegenden Literatur auch einige Missgriffe festzulegen, die mir im Lauf der Zeit bekannt geworden und die in irgend einer Weise von allgemeinem Interesse sein durften. Ich beginne mit dem einfachsten Falle, den ich hier nur flüchtig streifen werde. Herr Miquel, welcher einige fleissige Arbeiten Über die Geologie seines heimathlichen Departements veröffentlicht hat, giebt aus den Miocänbildungen des Hérault, speciell von la Grenatière, eine Turritella sp. aff. bicarinata Eichw. an. Diese Schnecke, welche der Herr Autor mir schon vorher als Turritella Archimedis Brong. eingesandt hatte, erwies sich als eine Form, welche ausser einer allerdings recht ausgesprochenen Aehnlichkeit in der Sculptur keinerlei Berührungspunkte zeigte mit denjenigen Typen, mit welchen sie ursprünglich verglichen worden war. Allem Anscheine nach handelt es sich, nach der für Turritellen sehr ungewöhnlichen Knotensculptur zu urtheilen, trotz des nur ganz schwach ausgebildeten Ausgusses um ein Cerithium und zwar um eine bisher unbekannte Art, für welche ich den Namen Cerithium Miqueli vorschlage. Ich gebe anbei die Beschreibung: