Original paper

Über die Zusammensetzung des Kiefers und Schultergürtels von Acanthodes.

Jaekel, Otto

Kurzfassung

Durch neue Präparation eines umfangreichen Materiales von Acanthodes Bronni aus dem mittleren Rothliegenden von Lebach ergaben sich sehr klare Bilder des Skeletbaues dieser Form, die die diesbezüglichen Darstellungen von Otto M. Reis in wesentlichen Punkten berichtigen. Der Oberkiefer besteht aus drei Stücken, von denen die zwei hinteren mit dem Unterkiefer einem Bogen angehören, dessen viertheilige Gliederung der der echten Visceralbögen entspricht. Er gelenkt an dem Hinterrand des Postorbital-Vorsprunges (Por) des Schädels. Das untere hintere Stück des Oberkiefers, an dem der Unterkiefer gelenkt, entspricht dem Quadrat um, das obere ist von Reis erst als Spritzlochknorpel und nach verschiedenen Aenderungen seiner Ansicht als Theil des Schädeldaches betrachtet worden. Es wird unterhalb der Gelenkung am Schädel von dem Foramen Nervi trigemini durchbohrt. Sein enger Zusammenhang mit dem hinteren unteren Quadrattheil wird durch eine starke Kielbildung gekennzeichnet, welche. am Hinterrand beider verlaufend, das proximale Gelenk am Schädel (gl) und das distale am Unterkiefer (gl1) miteinander verbindet. Das obere neue Element scheint in der Ontogenie und Anatomie verschiedener lebender Wirbelthiere auf verschiedene Weise reproducirt zu werden. Das dritte Stück des Oberkiefers liegt, dem Palatinaltheil der Selachier entsprechend, vor dem genannten Quadratstück und ist durch einen oberen Fortsatz mit der Schädelbasis verbunden. Da die zwei hinteren Stücke des Oberkiefers (a. b) unfraglich als die beiden oberen Stücke des dem Unterkiefer (c, d) zugehörigen Bogens angesprochen werden müssen, und dieser damit die complete Viertheilung aller Visceralbögen erreicht, fällt das vordere Stück (a1) aus dem Rahmen des Mandibularbogens aus und erweist sich seiner Form und Lage nach als das oberste Stück eines vorderen maxillaren oder labialen Bogens.