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Über ein interessantes Vorkommen von Placunopsis ostracina v. Schloth. sp.

Philippi, Emil

Kurzfassung

Ich beschrieb vor einiger Zeit einen Perisphincten aus dem Plattenkalke von Solenhofen, der mit grossen, bis zu 15 cm in der Höhe messenden Austern bedeckt war. Ich war damals der Ansicht, dass diese Austern sich nicht bei Lebzeiten des Ammoniten-Thieres an die Perisphincten-Schale angesetzt hatten, sondern dass die Schale nach dem Absterben des Thieres einige Zeit auf der Oberfläche des Meeres trieb und so den Austern Gelegenheit bot, sich an ihrer Unterseite festzuheften. Ich bin auch heute noch der Ansicht, dass dies bei dem Solenhofener Perisphincten und bei ähnlichen Vorkommnissen aus den Liasschiefern von Boll und Holzmaden der wahrscheinlichste Fall ist. Inzwischen habe ich mich aber davon überzeugen können, dass sessile Lamellibranchier sich auch an Ammoniten zu deren Lebzeiten ansetzen konnten. Die Ceratiten des deutschen Muschelkalkes sind sehr häufig von einem kleinen Zweischaler besetzt, der bisher meist als Auster gegolten hat, höchstwahrscheinlich aber zu den Anomien gehört und den Namen Placunopsis ostracina v. Schloth. sp. zu tragen hat. Diese kleinen Zweischaler haben sich wohl in der Mehrzahl der Fälle an die abgestorbene, auf den Grund gesunkene Schale angesetzt. Zeit genug hatten sie wohl jedenfalls, sich hier zu entwickeln, denn die oft weitgehende Zerstörung, die die Ammoniten-Schalen besonders auf einer Seite aufweisen, giebt zu erkennen dass dieselben längere Zeit auf dem Meeresboden ruhten, ohne von Detritus bedeckt zu werden, dass somit die Sedimentation im deutschen Muschelkalk-Meere eine recht langsame war.