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Über ein Triasprofil von Uehrde im Braunschweigischen.

Philippi, Emil

Kurzfassung

Die Trias besitzt im subhercynen Hügellande eine ziemlich grosse Verbreitung; abgesehen von dem Zuge, der den nördlichen Harzrand unmittelbar begleitet, tritt sie Überall als Gewölbekern der mesozoisch-tertiären Falten auf, welche dem Harze parallel streichen und setzt in dieser Gestalt die Hügel der Elm, der Asse, des grossen Fallstein, des Huy, des Hackel und andere kleinere Höhenrücken allein oder doch zum grössten Theil zusammen. Leider mangelt es in der subhercynen Trias an guten grösseren Aufschlüssen; natürliche Entblössungen fehlen so gut wie ganz, da Flüsse oder Bäche kaum in die subhercynen Hügel einschneiden, ein grosser Theil der Hügel von Wald bestanden ist und ausserdem nordisches Diluvium das anstehende Gestein an den meisten Stellen überdeckt. Auch künstliche Aufschlüsse giebt es in der subhercynen Trias weniger, als man von vorn herein vermuthen sollte. Die Eisenbahnen durchbrechen die Triashügel nirgends; zu industriellen oder Bauzwecken werden wohl mancherorts die Triaskalke gebrochen, allein es ist dann naturgemäss nur der eine, verwerthbare Schichtencomplex, meist Trochitenkalk und Schaumkalk und dessen unmittelbar Hangendes aufgeschlossen und ein zusammenhängendes Profil nirgends entblösst. Unter diesen Umständen ist es für die Kenntniss der norddeutschen Trias von Bedeutung, dass bei dem Dorfe Uehrde an der Asse neuerdings ein Profil aufgeschlossen ist, in dem sämmtliche Schichten von der Lettenkohle bis zum Schaumkalk ohne Unterbrechung entblösst sind. Hinter dem Dorfe Uehrde Übersteigt die Chaussee von Rocklum nach Schöppenstedt den langgestreckten Höhenrücken der Asse. Um die schärfste Steigung zu vermeiden, ist der Kamm der Asse neuerdings in einem ca. 160 m langen Hohlweg durchbrochen worden-, in dem die Triasschichten vortrefflich aufgeschlossen sind. Sämmtliche Schichten fallen steil, mit ungefähr 40° nach SSW. ein.