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Die Trilobiten des niederschlesischen Untercarbon.

Scupin, Hans

Kurzfassung

In der Breslauer paläontologischen Sammlung befinden sich eine Reihe zum Theil recht gut erhaltener Trilobiten aus dem niederschlesischen Untercarbon, die sich schon bei einer flüchtigen Durchsicht der Sammlung sehr bald als noch unbeschriebene Arten erwiesen. Eine seinerzeit von mir als Assistent im Auftrage des Herrn Professor Frech unternommene Neuordnung des ganzen Materials an Carbon-Trilobiten sowie ein Vergleich der schlesischen Stöcke mit anderen carbonischen Trilobiten liess nun sehr bald eine Bearbeitung der gesammten Trilobitenfauna des niederschlesischen Untercarbon wünschenswerth erscheinen, die alsdann unter Heranziehung weiteren Materials unternommen wurde. Die kleine in Rede stehende Trilobitenfauna ist, wie gleich hier vorausgeschickt werden möge, eine ziemlich eigenartige, lässt jedoch Beziehungen zu den Trilobiten des typischen Kohlenkalks, wie sie besonders schön aus England bekannt geworden sind, immerhin nicht verkennen, während sich im deutschen Culm nur zwei mit schlesischen Formen verwandte, jedenfalls nicht völlig identische Arten finden. Den grössten Theil der in Rede stehenden Trilobiten hat Hausdorf im Eulengebirge geliefert. Die Trilobiten liegen hier in einem grauwackenartigen, glimmerigen Sandsteine oder einem feinen schiefrigen Mergel, wie er sich im niederschlesischen Untercarbon als Zwischenlagerung zwischen den Conglomeraten oder Grauwacken findet. Als weitere Fundpunkte analoger Facies, die zum Theil jetzt nicht mehr ausgebeutet werden können, sind ausserdem besonders noch zu nennen Rothwaltersdorf, Altwasser (Vogelkippe) und Glätzisch-Falkenberg. Ein geringerer Theil der Trilobiten stammt aus den etwas tieferen Kalken von Neudorf bei Silberberg.