Original paper

Trachypleura n. g., aus dem Muschelkalk von Rüdersdorf.

Jaekel, Otto

Kurzfassung

Diese für die Fauna unseres Nachbarortes überraschende Neuheit wurde mir kürzlich von Herrn Lehrer Kuban in Berlin zur Bestimmung überbracht, und da sich das unscheinbare Fossil sofort als bemerkenswerthes Novum erwies, mit dankenswerter Bereitwilligkeit dem kgl Museum für Naturkunde überlassen. Es stammt aus der Schaumkalk - führenden Abtheilung des unteren Muschelkalkes und zwar des Alvenslebenbruches. Wie die meisten Mollusken dieser Schicht ist auch dieses Fossil nur im Abdruck erhalten, da die Kalkschale im Gestein nachträglich aufgelöst worden ist. Leider ist der Abdruck der Oberseite verloren gegangen; es liegt also nur der der Unterseite vor, der das Rückenskelet von innen und neben demselben Abdrücke feiner Stacheln zeigt, die dem Gürtel aufsassen. Figur 1 giebt das Fossil in seiner natürlichen Erhaltung als Steinkern wieder. Figur 2 ist dagegen einem Guttapercha-Abdruck desselben entnommen, der somit das Rückenskelet in ursprünglicher Wölbung von innen erkennen lässt. Fossile Chitonidenreste sind bekanntlich äusserst selten und niemals in der Vollständigkeit beobachtet, dass wie hier nicht nur alle Rückenplatten in natürlicher Lage, sondern auch noch im Zusammenhang mit dem umgebenden Gürtel erhalten sind. Leider ist auch die Litteratur über diese zerstreuten Funde fast nur in ihrer Mangelhaftigkeit conform und seit 1847 nicht mehr kritisch bearbeitet worden, v. Zittel giebt aber im Allgemeinen an, dass ans der Trias, der unser Fossil entstammt, überhaupt noch keine Chitonidenreste bekannt seien. Wir wissen aber das eine mit Sicherheit, dass dieser eigenartige Typus bereits im Untersilur auftritt, also auch im Verhältniss zu anderen Mollusken ein recht hohes Alter besitzt.