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Den Nachweis des Kellwasser-Kalkes.

Beushausen, Ludwig

Kurzfassung

Die auf ältere Arbeiten E. Kayser's zurückgebende Angabe, dass über den Goniatiten-Schiefern von Büdesheim Cypridinen-Schiefer folgen, welche ihren präcisen Ausdruck in der Tabelle XII der Lethaea palaeozoica. Bd. II. Lief, 1, S. 176 gefunden hat. wo dem oberen Oberdevon angehörige Cypridinen-Schiefer von Oos mit Posidonia venusta var. eifeliensis, Puella ausavensis, Buchiola angulifera von F. Frech als Hangendes der Goniatiteu-Schiefer aufgeführt werden, veranlasste den Vortragenden, im Herbste des Jahres 1898 eine Begehung der Umgegend von Büdesheim vorzunehmen. Bei dieser ergab sich u. A., dass die fraglichen Schichten von Oos nicht Cypridinen-Schiefer sind, sondern die zuerst von F. A. Romer aus dem Kellwasserthale bei Altenau im Harze bekannt gemachte, überaus charakteristische, aus dunklen, von oft russigen Schiefern begleiteten Platten- oder Knollenkalken bestehende Leitschicht des Adorfer Kalkes repräsentiren, welche in Gestalt einer oder mehrerer, durch hellfarbige Kalkbänke getrennter Lagen überall wiederkehrt, wo der Adorfer Kalk entwickelt ist. Der Punkt bei Oos liegt zwischen diesem Orte und dem Dörfchen Neu-Scheuern, beim Ooser Wasen am Südufer des Oosbaches. Es stehen hier frisch dunkelgraue, bei der Verwitterung etwas ausbleichende, milde Mergelschiefer an, in welche Bänke eines dünnplattig abgesonderten, dunklen, vielfach von Kaikspathschnüren durchzogenen Kalkes eingeschaltet sind. In den Schiefern sammelte der Vortragende Entomis sp., Orthoceraten (Bactrites z. Th.?), Cardiola n. sp., Buchiola palmato Gf. und B. prumiensis Stein., Puella ausavensis Beush. Posidonia eifeliensis Frech (nach Gestalt und Grösse von P. venusta sicher specifisch verschieden!). In den Kalken finden sich schlecht erhaltene, nach der Gestalt zu Manticoceras gehörende Goniatitenreste, Buchiola palmala Gf., B. prumiensis Stein, und B. angulifera A. R., ferner Posidonia n. sp. aff. hians Waldschm.