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Studien in der Kreideformation im südlichen und westlichen Siebenbürgen.

Blanckenhorn, Max

Kurzfassung

Im letzten Herbst unternahm ich gemeinschaftlich mit Herrn Professor Oebbeke aus München eine Studienreise nach Siebenbürgen, um besonders im südlichen und südwestlichen Siebenbürgen vorhandene Lagerstätten nutzbarer Mineralien zu untersuchen. Es ist das ein Gebiet, welches seitens der Geologen und Paläontologen in den letzten Jahrzehnten im Allgemeinen relativ stiefmütterlich behandelt worden ist, wenigstens im Vergleich zu dem nordwestlichen, nördlichen und östlichen Siebenbürgen und den Karpathen. Das gilt in ganz besonderem Sinne für die Kreideformation, über deren Stratigraphie und Paläontologie neuere Studien zeitgemäss erscheinen. Ich selbst bin freilich nur in der Lage, kleinere Beiträge zu liefern, da wir bei unserer flüchtigen Bereisung des Gebietes nur zwei Kreidelokalitäten persönlich kennen gelernt haben, die von Michelsberg bei Hermannstadt und die von Sebeshely bei Mühlbach. Am ganzen Nordrande der Transsilvanischen Alpen, von dem östlichsten Gebiet bei Kronstadt abgesehen, also speciell am Rande des Fogaraser, Cibins. Mühlbach und Kuszka-Gebirgszuges ist nur Obere Kreide vertreten und zwar in einer Ausbildung, die von derjenigen in den ostsiebenbürgischen und nördlichen Karpathen, noch mehr aber derjenigen in den östlichen Alpen etwas abweicht und sich andererseits an diejenige der Westkarpathen und der Wallachei an den Südabhängen der Transsilvanischen Alpen anschliesst, insofern vor Allem Cenoman reich an Versteinerungen vorhanden ist, und darüber unmittelbar ein kohlenführender Schichtencomplex auftritt. Der Ausgangspunkt unserer Studien betreffs der Kreideformation war das Silberbachthal bei dem sächsischen Ort Michelsberg im Süden von Hermannstadt.