Original paper

Die Gliederung der Actinocamax-Kreide im nordwestlichen Deutschland.

Müller, Gossfried

Kurzfassung

Für die Gliederung des Senon sind die Belemniten nur für die Trennung in Unter- und Obersenon zu verwenden, indem, wie man früher Quadraten- und Mucronatenkreide unterschied, jetzt das Senon in 1. Belemniten-freie Kreide, 2. Belemnitellen-Kreide = Obersenon und 3. Actinocamax-Kreide = Untersenon zu gliedern ist. Zur Erkenntniss der Zonen sind nur solche Gattungen oder Familien zu verwenden, die neben grosser Häufigkeit der Individuen sich durch raschen Artenwechsel auszeichnen, so dass die Fehlergrenzen in der Abgrenzung der Schichten möglichst gering ausfallen. Diese Bedingungen erfüllen neben den Ammoniten in erster Linie die Inoceramen, die ausser ihrer ansserordentlichen Häufigkeit sich speciell in der Actinocamax-Kreide durch grossen Artenreichthum auszeichnen. Am Schluss der Actinocamax-Kreide verschwinden sie allerdings nahezu von der Bildfläche. Für die Gliederung bleiben somit nur die Cephalopoden übrig, so dass die von Schlüter gezogene Grenze zwischen Ober- und Untersenon eine gewisse palaeontologische Berechtigung hat. Die Verwendung eines einzelnen Fossils (Marsupites ornatus und Becksia Soekelandi) aus anderen Thierklassen ist immerhin bedenklich Da am Schluss der Kreidezeit die Cephalopoden nahezu von der Bildfläche verschwinden, so muss man dann allerdings zu anderen Thiergruppen seine Zuflucht nehmen. Die Actinocamax-Kreide ist in folgender Weise zu gliedern: