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Das Ries und Steinheimer Becken.

Koken, Ernst

Kurzfassung

Anknüpfend an eine Schrift des Herrn E. Fraas über das Steinheimer Becken, welche auch an die Mitglieder der Versammlung vertheilt wurde, wies der Vortragende darauf hin, dass einige dort eingeflochtene Bemerkungen über das Ries geeignet seien, irrige Vorstellungen sowohl über den Thatbestand wie über die Auffassung desselben seitens des Redners zu erwecken. Die glacialen Erscheinungen, auf welche Deffner am Buchberg, O. Fraas am Lauchheimer Tunnel aufmerksam machten, sind zweifellos vorhanden; hätte Deffner sie nicht mit den Dislocationen der Gegend verquickt, so hätte man sich wohl auch eher überzeugen lassen. Am Buchberg ist zweierlei auseinander zu halten, das Auftreten des braunen Jura auf der Höhe über dem weissen Jura beta (Bimammatus-Kalk) und die moränenartigen Schuttraassen mit gekritzten Geschieben, auflagernd auf geschliffenem und geschrammtem weissen Jura. Von vornherein hat Redner darauf hingewiesen, dass die Schlifffläche nicht von einheitlichem braunen Jura, sondern von gemischtem Schutt überlagert wird. Man findet dicht an der Strassenbiegung in dem vorherrschenden Material des braunen Jura (mehrerer Horizonte) auch Feuersteine und jene dem Tertiär entnommenen Juragerölle, welche auf ihrer glatten Oberfläche am besten die glacialen Kritzen zeigen. Hundert Schritte davon entfernt, trifft man helle Thone des weissen Jura alpha, deren oberste Lage mit Sand und Kies verarbeitet ist und ebenfalls fremde Geschiebe führt; in der Tiefe stösst man bald auf intacten Jurathon. Zwei auf Betreiben der geologischen Kartencommission in früheren Zeiten abgeteufte Schächte haben wenigstens das erwiesen, dass am Rande der braune Jura ganz zerrüttete und wirre Lagerung zeigt und auf geschrammtem Felsboden liegt, während in dem Schacht, der auf der Höhe des Berges angesetzt war, ein wenig gestörter, compacter brauner Jura angetroffen wurde, dessen Liegendes man nicht erschlossen hat.