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Saurierfund im Rothliegenden bei Neurode und die Gliederung des Rothliegenden in der Grafschaft Glatz.

Dathe, Ernst

Kurzfassung

Nachdem die Gliederung des Rothliegenden im niederschlesischen Becken von mir in den letzten Jahren durchgeführt und der südliche, in die Grafschaft Glatz fallende Antheil desselben kartirt ist, wurde in diesem Sommer bei Neurode in der tiefsten Abtheilung dieses Rothliegenden, in den Cuseler Schichten, der seltene und erste Fund eines Sauriers gemacht. Indem ich die Photographie dieses Thieres hiermit vorlege, gestatte ich mir, darüber und sein geologisches Vorkommen zunächst einige kurze Mittheilungen zu machen. Der Fund wurde in dem Steinbruche bei den Schindelhäusern, welcher Eigenthum des Bergwerksbesitzers Herrn Dr. jur. Linarz ist, von Steinbrechern gemacht. Die Oertlichkeit befindet sich 1,5 km östlich der Stadt Neurode und 0,37 km westlich der Chaussee Neurode-Schlegel. Der Steinbruch erschliesst die charakteristischen Schichten der untersten Stufe der Unteren Cuseler Schichten, nämlich die der rothbraunen Sandsteine und Conglomerate mit Porphyrgeröllen; demgemäss sind diese in Wechsellagerung in Bänken von 0,5-1,5 m Mächtigkeit in dem Aufschlüsse entblösst. In der oberen 0,5 m mächtigen Sandsteinbank, die mit 20° gegen SW. einschiesst, wurde der Saurier auf einer etwas thonigen Sandsteinlage gefunden. Der Saurier, von welchem das ganze Skelet in stark gewundener Lage vorliegt, misst 90 cm in der Länge. Eine nähere Bestimmung der Gattung und Art desselben konnte wegen der Kürze der Zeit noch nicht ausgeführt werden; jedoch bemerke ich, dass die Bearbeitung des seltenen Fundes mein College Dr. H. Schröder übernommen hat, und dass ferner Professor Dr. E. Fraas nach der vorliegenden Photographie des Sauriers es für möglich hält, dass derselbe in die Gruppe der Palaeohatteriae zu stellen sei.