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Excursion am 15. September nach dem Hessler und den Mosbacher Sandgruben unter Führung.

Kinkelin, F.; Böttger, O.

Kurzfassung

Von Frankfurt a./M. erfolgte die Abfahrt der etwa 34 Theilnehmer an den Excursionen um 7 Uhr 25 Min. Von der Station Curve wird der Hessler in einer Viertelstunde erreicht. Die Brüche daselbst, deren Besuch uns von den Besitzern, den Herren Dyckerhoff & Söhne in Biebrich, freundlichst gestattet war, liefern zur Herstellung des Dyckerhoff'schen Cementes einen Theil des in der Fabrik Amöneburg in Biebrich zum Cement verarbeiteten Kalkes und Mergels. Die Brüche liegen auf der linken Seite des von Wiesbaden sich nach dem Rhein herabziehenden Salzbachthales. Das Profil der beiden ausserordentlich grossen Brüche setzt sich zusammen aus ca. 31 m mächtigen oberen Hydrobien-Schichten und aus diluvialen Absätzen, die von unten nach oben aus altdiluvialeu Geröllen und Sanden und aus unreinem Lehm bestehen. Beim Eintritt in den ersten Bruch konnte constatirt werden, dass hier auf der linken Seite des Thales der verschwemmte Löss unmittelbar dem untermiocänen Tertiär aufruht, dass daher das Thal älter ist als der Absatz des Lehms. Die Tertiärschichten, fast völlig ungestört, bestehen von unten nach oben zur grösseren Hälfte aus Bänken dichten Kalksteines und zerstreuten, mehr oder weniger ausgedehnten, stockartigen Partien von Algenkalk, beide reiner Kalkstein, dann zur kleineren Hälfte aus Schichten von verschiedenfarbigen, kalkreichen, seltener thonreichen Mergeln. Sandige Schichten fehlen gänzlich. Hier konnten in vorzüglicher Erhaltung Congeria brardi, der fast nur aus Hydrobia ventrosa zusammengesetzte Hydrobienkalk uud Hydrobienkalksand, ferner in charakteristischer Ausbildung der Algenkalk gesammelt werden. Ausgiebiger, als bei dem zu kurzen Aufenthalt möglich war, lieferte die Liebenswürdigkeit der Herren Dyckerhoff den Theilnehmern die mancherlei, den Hydrobien-Schichten eingebetteten Land- und Süsswasser-Conchylien.