Original paper

Excursion in die östliche Wetterau nach der Versammlung der Deutschen geolog. Gesellschaft am 17. und 18. September unter Führung.

Reinach, A. v.

Kurzfassung

An dieser zweitägigen Excursion betheiligten sich 14 Herren. Die Bahn bis Hanau (linksmainische Strecke) führt durch das oberhalb von Frankfurt ziemlich weite Mainthal, welches jedoch bei Hochstadt dadurch eine Verengung erleidet, dass hier das Rothliegende das Thal in einem Süd-Nord verlaufenden Horste durchquert. Oestlich hiervon verbreitert sich das Thal wieder stark. Längs der Bahn sieht man daselbst grosse, im Mitteldiluvium stehende Sandgruben, in denen das Material des oberen (Sand) Niveaus gewonnen wird; das liegende (Geröll) Niveau ist wegen der zu starken Wasserführung nur selten angeschnitten. Bei Dietesheim bat man einige Einblicke in die bekannten grossen Brüche von Säulenauamesit. Zwischen Hanau und Bruchköbel durchquert die Bahn dann wieder mitteldiluviale Main- und Kinzigabsätze in guten Anschnitten, welche theilweise bis zum Liegenden (Basalt und Tertiär) heruntergehen. Einige jetzt trocken liegende (jungdiluviale und altalluviale) Main- und Kinzigläufe werden gekreuzt; der breiteste derselben zieht sich an einem Steilrand längs der Höhe her, welche die Grenze des Plateaus der Wetterau markiert. Bei Bruchköbel sind an diesem Rand Ziegeleien eröffnet, in deren Aufschlüssen das Tertiär von einem Wechsel alter Mainsande und Lehm überlagert wird, während der Löss von der Höhe heruntergehend als drittes Glied darüber liegt. Die Bahn zieht in allmählich verflachenden Einschnitten auf die Höhe. Bei Ostheim wurde in der schon ziemlich auf der Höhe des Plateaus liegenden Ziegelei neben der Station der daselbst ungefähr 2 m mächtige, gelbe, ,eigentliche Löss" der Wetterau über dem in ca. 4 m Mächtigkeit ausgebildeten bunten Lehm näher angesehen.