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Versteinerungen aus Schantung.

Koerfer

Kurzfassung

Die Kenntniss der Grundlagen der Geologie von Schantung verdanken wir bekanntlich dem Frhrn. F. v. Richthofen. Nach dessen Forschungen besteht das Gebirge aus einem archäischen Grundgerüst und aus einer Folge von paläozoischen Sedimenten. Letztere beginnen in Schantung mit einem Wechsel von Sandsteinen, kieseligen Kalken und bunten Schiefern. Diesen von v. Richthofen als mittelsinische Formation bezeichneten Schichten folgen mächtige Ablagerungen, in denen Kalke fast ausschliesslich herrschen. In den oberen Horizonten dieser obersinischen Formation finden sich zahlreiche Versteinerungen der Primordialfauna. Die sinische Formation wird concordant überlagert vom Kohlenkalk; darauf folgt die productive Steinkohlenformation, dann Schichten, die vorwiegend aus porphyrischen Sandsteinen, vermuthlich permischen Alters, bestehen. Jüngere Schichten sind bis auf Diluvien (Löss) und Alluvien nicht bekannt. Dieses ursprünglich regelmässig abgelagerte Schichtensystem ist durch eine Reihe von grossen Verwerfungen in eine Anzahl von Schollen zerrissen, von denen jede mehr oder weniger vollständig den oben skizzirten Schichtenaufbau erkennen lässt. Das westliche und nördliche Schantung hat v. Richthofen uns bereits kennen gelehrt. Der Vortragende hat ausser diesen Theilen der Provinz auch das südliche Schantung bereist und entwirft folgende Skizze des Gebirgsbaues.