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Vorkommen von Prolecaniten im Sauerlande.

Denckmann, August

Kurzfassung

Während alle übrigen Glieder des Oberdevon im Gebiete des Blattes Balve durch Versteinerungs-Funde mehr oder weniger sicher festgelegt worden sind, fehlte bis zum Schlusse meiner diesjährigen Kartirungsarbeiten bezüglich des Flinz und des Diabas-Mandelsteins jeder sichere Anhaltspunkt für ihre stratigraphische Deutung. Ich habe nun kurz vor Schluss der Kärtirungsarbeiten durch Wiederaufnahme und weitere Verfolgung einer im Sommer aufgefundenen Spur Beobachtungen gemacht, die mich aus meiner Verlegenheit befreiten und die eine sichere Einreihung der beiden fraglichen Glieder in das stratigraphische System gestatteten. Ich beehre mich, der Gesellschaft hierüber kurz vorzutragen. In der Gegend von Balve ist die obere Grenze des Stringocephalen- oder Massenkalkes ausgiebig mit bergmännischen Versuchsarbeiten durchfahren worden. Gegenstand dieser Versuchsarbeiten war der Rotbeisenstein, der in der Regel, aber nicht ausschliesslich, an den Contact des Massenkalkes mit dem Diabas-Mandelstein gebunden ist. Ich habe nun sowohl in den unterirdischen Bauten der auflässigen Grube Fosslodh bei Langenholthausen, wie in den Tagesaufschlüssen des Hohlestein unweit der Balver Höhle, beobachtet, dass der meist als Crinoidenkalk entwickelte oberste Massenkalk nach der oberen Grenze des Kalkvorkommens zu petrographisch sich ändert, indem er dichteres Gefüge annimmt, ja in dichten Kalk übergebt. Im ersteren Falle wird der Kalk vom Flinz, im letzteren vom Diabas-Mandelstein überlagert. Diesen beiden Profilen entsprechend ist das Vorkommen eines dichten Kalkes auf der Halde eines Lichtschachtes der Eisensteinsgrube Husenberg bei Balve zu deuten, der unweit der Kapelle des Husenberges zu Tage ausmündet.