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Ueber einen neuen jurassischen Hornschwamm und die darin eingeschlossenen Diatomeen.

Rothpletz, August

Kurzfassung

I. Spongelites Fellenbergi nov. gen. et spec. Vor vier Jahren habe ich im Band XLVIII dieser Zeitschrift (S. 905) zwei fossile Hornschwämme aus dem oberen Lias Württembergs beschrieben. Es war zu erwarten, dass von dieser Thiergruppe, welche in unseren heutigen Meeren eine sehr grosse Verbreitung besitzt und jedenfalls auch in früheren Perioden neben den zahllosen Kiesel- und Kalk-Spongien sich reichlich entfaltet hatte, bald noch mehr fossile Vertreter aufgefunden würden, und gerade der Umstand, dass in denselben auch wieder Diatomeen aufzufinden die Hoffnung bestand, musste zum Forschen nach denselben reizen. Ich habe indessen nicht gehört, dass von anderer Seite in dieser Sache etwas geschehen wäre, bis vor einem halben Jahre Herr Dr. Edm. von Fellenberg mir eine Versteinerung, die möglicher Weise hierher gehört, zusandte, um mich zu veranlassen, dieselbe zu untersuchen. Ich spreche ihm meinen Dank dafür aus, denn in der That erwies sich das Fossil als ein neuer Hornschwamm und enthält auch zahlreiche Exemplare einer neuen Diatomee. Das Stück stammt aus dem Berner Oberland und war von Herrn Buchhändler Franke-Schmid etwa 10 Minuten unterhalb der Passhöhe des Renggli (1880 m) beim Uebergang von Saxeten in's Suldthal und zwar auf letzterer Thalseite unterhalb der Schwalmeren im Geröll aufgefunden worden. Obwohl die geologische Karte (Blatt X) an dieser Stelle die Berrias-Schichten als anstehend angiebt, so sprach Herr v. Fellenberg, der diese Gegend sehr genau kennt, doch die bestimmte Vermuthung aus, dass es ans dem Dogger stamme, der im Hintergrunde des Thales bei Höchst Schwalmeren ansteht, von wo es wohl durch die diluvialen Gletscher an seinen Fundplatz geschafft worden ist.