Original paper

Ueber Gabbro im Liegenden des oberdevonischen Kalkes von Ebersdorf bei Neurode in der Grafschaft Glatz.

Gürich, Georg

Kurzfassung

Sowohl der Gabbro von Neurode wie der Devonkalk des Ebersdorfer Bruches, der berühmten Fundgrube schlesischer Clymenien haben in der einschlägigen Litteratur allenthalben Berücksichtigung gefunden. Pfingsten 1892 machte ich in dem genannten Bruche eine Beobachtung, die, soweit ich nach den vorliegenden Angaben urtheilen muss, von anderer Seite noch nicht gemacht wurde. Ich habe mich von der Richtigkeit meiner damaligen Auffassung auch im vergangenen Sommen (1899) wieder überzeugt. An der Mitte der Westseite des Bruches stehen an dem Gleise der alten Feldbahn, am oberen Ende eines verfallenen in den Bruch hineinführenden Bremsberges Klippen von Gabbro an, an der einen Stelle etwa 10 m im Zusammenhange und etwa 15 m weiterhin nach S. noch einmal. Das Gestein ist hochgradig zersetzt. Die Pyroxene sind bröcklich und zu einem fasrigen Bastit-artigen Aggregat voll von Limonit-Trübungen umgewandelt. Handbreite Gänge von gröber körnigem, an Pyroxen armen Gabbro setzen senkrecht und von O. nach W. streichend in die Wand hinein. Die Bänke des Hauptkalkes (Korallenkalk des mittleren Oberdevons) liegen auf dem oberen Theil des Gabbrofelsens unmittelbar darauf. Nach dem Einfallen der Schichten an der entsprechenden Stelle unten im Bruche zu urtheilen, müssen die nächst unteren Schichten des Kalkes am Gabbro abstossen. Im Contact greift der Kalk in die Klüfte und Aushöhlungen der unregelmässigen Oberfläche des Gabbros ein und ist stellenweise mit ihm durch 2-3 Finger starke, dichte Kalktuffkrusten verbunden. Es sind aber auch krystallinisch stenglige Contactpartien vorhanden. Breccien-artige Partien treten nur untergeordnet auf und scheinen eher durch Calcit verkitteter Gesteinsgrus zu sein als eine Reibungsbreccie.